Nike Aktie verliert plötzlich: Das müssen Sie jetzt wissen

Satte 15 Mal in Folge hat Nike das für ein Quartal erwartete Gewinnplus übertroffen – und wird an der Börse doch abgestraft. Denn nicht alle Kennzahlen bewegen sich jenseits der durchschnittlichen Markterwartungen.

Dass hier trotzdem auf recht hohem Niveau gejammert wird und Nike eigentlich gut aufgestellt ist, zeigt sich bei näherer Betrachtung der Bilanz für das abgelaufene dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres.

Der bereits erwähnte Gewinn summierte sich unterm Strich auf 950 Millionen Dollar und lag damit rund 20 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum, wobei auch steuerliche Effekte positiv zum Tragen kamen.

Umsatz verfehlt Analystenerwartungen knapp

Enttäuscht zeigten sich die Anleger jedoch über den Konzernumsatz, der lediglich um knapp 8 Prozent zulegte auf 8 Milliarden US-Dollar und damit die Schätzungen der Analysten knapp verfehlte: Sie hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 8,2 Milliarden Dollar gerechnet.

Belastet wird das Ergebnis zudem durch den immer noch ziemlich starken Dollar – ein Schicksal, das Nike zurzeit mit vielen US-Konzernen teilt. Währungsbereinigt legte der Umsatz fast doppelt so stark, nämlich um 14 Prozent zu.

An Bedeutung gewonnen haben zuletzt die Absatzmärkte in Fernost. In China und Japan verkaufte Nike jeweils rund 27 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In Westeuropa wächst das Unternehmen etwas schwächer um währungsbereinigte 12 Prozent, in Nordamerika lag das Plus bei 14 Prozent.

Großereignisse müssen nicht helfen

In der Welt der Sportartikelhersteller ist Nike nach wie vor die unangefochtene Nummer eins, doch gerade in Europa haben auch die deutschen Hersteller Adidas und Puma eine starke Position.

Dass sportliche Großereignisse – wie etwa die bevorstehende Fußball-Europameisterschaft in Frankreich oder die Olympischen Spiele in Brasilien – keine Selbstläufer und Gewinngaranten sein müssen, hat vor allem Adidas vor zwei Jahren schmerzlich erfahren müssen.

Obwohl die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Adidastrikot den Weltpokal holte, liefen die Geschäfte damals ziemlich mau. Das hat sich bekanntlich mittlerweile geändert, Adidas zählte 2015 zu den stärksten Konzernen im Dax, sowohl was den Aktienverlauf betrifft als auch hinsichtlich der Geschäftsentwicklung.

Analysten zuversichtlich

Für Nike hingegen wird die Luft immer dünner, denn nicht nur die europäische Konkurrenz macht dem Weltmarktführer zu schaffen, sondern auch kleinere Firmen, die aggressiv den US-Heimatmarkt stürmen.

Insofern setzt Nike – wie auch die namhafte Konkurrenz – dann eben doch auf die sportlichen Großereignisse als Marketing-Zugpferde und preist darüber hinaus neuartige Technologien an, etwa eine spezielle Beschichtung von Fußballschuhen, die ein Anhaften von Matsch zwischen den Stollen verhindern soll.

Ob all das die Sportfans und letztlich auch die Aktionäre überzeugen wird, bleibt abzuwarten. Analysten sehen trotz der jüngsten Schlappe durchaus Kurspotenzial und trauen der Nike-Aktie mehrheitlich einen Anstieg auf 75 bis 80 US-Dollar zu. Zuletzt kostete das Papier knapp 60 Dollar oder 53 Euro.

8. April 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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