Nike: Hoffnungsschimmer am Horizont

Nike RED – shutterstock_586095779 Mr.Raw

Nike-Aktie: Sport-Konzern liefert starke Geschäftszahlen ab und überrascht positiv. Auswirkungen der Corona-Krise in den Quartalszahlen noch nicht komplett sichtbar (Foto: Mr.Raw / Shutterstock.com)

Die Zahlen des Sportartikel-Riesen Nike waren stark und haben den Anlegern eine positive Überraschung beschert. Nike ist das erste große Unternehmen, bei dem sich die Einschläge der Coronakrise bereits jetzt messen lassen, da das erste Quartal schon Ende Februar endet. Doch bislang hält sich der weltgrößte Sportkonzern noch wacker. Die Umsätze konnten sogar nochmals deutlich gesteigert werden.

Nike im Portrait

Nike ist ein US-amerikanischer Sportartikelhersteller, der zu den weltweit bekanntesten Anbietern der Branche gehört. Im Vordergrund der Geschäftsaktivitäten stehen Design, Entwicklung und Vertrieb qualitativ hochwertiger Sportausrüstung. Hierzu gehören Schuhe, Kleidung, Sportgeräte und Hilfsmittel sowie Accessoires. Der Konzern gilt als einer der größten Händler von Sportschuhen und -kleidung und vermarktet seine Produkte weltweit über Groß- sowie Einzelhändler, Brand-Stores, über das Internet und Zwischenhändler. Die unterschiedlichen Produkte des Sortiments werden von externen Vertragspartnern produziert, vorwiegend außerhalb der USA. Ausrüstungsgegenstände werden sowohl außerhalb als auch in den USA gefertigt.

Trotz Corona klettern die Umsätze um 7% nach oben

Trotz der rasant um sich greifenden Coronakrise konnte Nike nochmals starke Zahlen abliefern: Die Erlöse kletterten in den drei Monaten bis Ende Februar im Jahresvergleich um 5% auf 10,1 Milliarden Dollar. Währungsbereinigt liegt der Zuwachs sogar bei 7%. Das lag zwar unter dem Wachstum des Vorquartals (13%), aber eben deutlich über den Prognosen der Analysten.

Chinageschäft wie erwartet rückläufig

Der Geschäftsbericht bezieht sich zwar noch auf einen Zeitraum, der die weltweite Ausbreitung des neuartigen Coronavirus noch nicht richtig erfasst. Aber Sie müssen bedenken: China ist Nikes wichtigster Auslandsmarkt. Zeitweise hatte der Konzern bereits bis zu 75% seiner mehr als 5.000 Läden schließen müssen. Unter dem Strich gingen die Erlöse in China währungsbereinigt um 4% auf 1,5 Milliarden Dollar zurück. Damit trug China knapp 15% zu den gesamten Konzernumsätzen bei.  In den ersten beiden Monaten (Dezember und Januar) erzielte Nike noch ein zweistelliges Absatzplus im Reich der Mitte!

Da China aber die Corona-Situation in den Griff bekommen hat, fährt Nike sein Geschäft wieder hoch. Inzwischen haben wieder beinahe 80% aller Geschäfte geöffnet, Tendenz steigend.

Dynamisches Plus beim Onlinehandel

In Europa legten die Absätze im gerade abgelaufenen Quartal auf 2,7 Milliarden Dollar zu, was einem Zuwachs um 13% entspricht. Stark zeigte sich auch der Onlineabsatz. Unter dem Strich kletterte der Absatz von Waren über das Internet signifikant um 36% nach oben. In allen Regionen legte das Onlinegeschäft um mindestens 30% zu. Einschließlich der Partnerumsätze trägt das Internetgeschäft inzwischen mehr als 20% zu den gesamten Konzernlöse bei.

Gewinnmarge bereits deutlich unter Vorjahr

Bei den Gewinnen zeichnete sich hingegen bereits eine spürbare Abschwächung ab. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sackte im Vergleich zum Vorjahr um 32% auf 881 Millionen Dollar in den Keller. Damit verringerte sich die Vorsteuergewinnmarge um 4,7 Prozentpunkte auf nunmehr 8,7%. Unter dem Strich blieb ein Nettoergebnis von 847 Millionen Dollar übrig (Vorjahr: -23%).

Erhebliche Bremsspuren zu erwarten

So erfreulich die Entwicklung in China ist, so düster schaut es derzeit in anderen Regionen aus. Seit dem 16. März hat das Unternehmen alle Läden außerhalb von China, Japan und Südkorea geschlossen. Damit dürften im laufenden Quartal die Einschläge erheblich größer ausfallen. Mit anderen Worten: Die wirklichen Auswirkungen der Pandemie werden erst in den nächsten Quartalszahlen deutlich. Bis dahin dürften vor allem Spekulationen den Aktienkurs bewegen.

Nike RED – shutterstock_586095779 Mr.Raw

Warum wächst Nike teilweise schneller als Adidas?Nike als auch Adidas wachsen robust. Dennoch sehen Analysen Nike beim Wachstum leicht in Front - doch warum? › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Alle_Sujets_Portrait_1-31_WEB_Muehlhoff
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Richard Mühlhoff. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz