Nike ist Gewinner der Weltmeisterschaft

Der Konzern hat beide Finalteilnehmer der Fußball-Weltmeisterschaft ausgerüstet. Der Triumph passt zum Lauf der Nike-Aktie. (Foto: TY Lim / shutterstock.com)

Frankreich ist Fußball-Weltmeister, Kroatien Vize-Weltmeister. Der große Gewinner: Nike.

Der Konzern hat beide Finalteilnehmer ausgerüstet. Der Triumph passt zum Lauf, den Nike momentan hat. Nike ist mit einem Plus von mehr als 24% der beste Dow-Titel 2018. Die Zahlen zum 4. Quartal waren besser ausgefallen als erwartet. Hochpreisige Modelle, der Direktverkauf an Kunden und eine Partnerschaft mit Amazon haben Nike zurück in die Spur gebracht.

Der Sportartikelhersteller hatte zuletzt unter der starken Konkurrenz von adidas oder Newcomern wie Fanatics und unter Pleiten von Sportartikel-Händlern wie Sports Authority und Sports Chalet gelitten. Auf seinem wichtigsten Markt Nordamerika konnte Nike seinen Umsatz um 2,8% steigern.

Dies war der erste Zuwachs dort seit einem Jahr. adidas rüstete bei der WM 12 Teams aus und hatte mehr Mannschaften im Rennen als die Konkurrenten Nike und Puma. Insgesamt dürfte aber der direkte finanzielle Einfluss der WM in diesem Jahr nicht so groß sein wie vor 4 Jahren in Brasilien. Grund dafür ist das frühe Ausscheiden der deutschen Mannschaft, das den Verkauf von Trikots und Merchandising-Artikel beeinträchtigte.

ASICS ist mit mageren Zahlen ins Geschäftsjahr 2018 gestartet. Sowohl in der Heimat als auch in Amerika und Europa schrumpfte der Umsatz zweistellig. Zu den wenigen Lichtblicken zählten Zuwächse in China.

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Sneakers von Puma sind wieder begehrt

Die Shirts, Shorts und Turnschuhe von Puma waren begehrt wie noch nie in der 70-jährigen Firmengeschichte. Nach schwierigen Jahren des Umbaus läuft es wieder rund. 2017 konnte der Gewinn mehr als verdoppelt werden. Der Konzern knackte zudem erstmals die Umsatzmarke von 4 Mrd. €. Gute Geschäfte sorgten auch im 1. Quartal 2018 für einen Gewinnsprung.

Die Aufbauarbeit von Björn Gulden zahlt sich aus. Als er den Posten des CEOs übernahm, lag Puma am Boden. Gulden steckte seither viel Geld in den Umbau. Jetzt erobert er wieder mehr Platz in den Regalen der Händler, die Puma lange immer weiter nach hinten geschoben hatten. Inzwischen holt sich der Konzern verlorene Marktanteile wieder zurück.

Der Angreifer ist angeschlagen

Beim aufstrebenden Unternehmen Under Armour hat die Dynamik, nach Jahren bemerkenswerten Wachstums, stark nachgelassen. Der Umsatz wurde 2017 zwar um 3,1% gesteigert, die Wachstumsrate fiel aber weit niedriger aus als in früheren Glanzzeiten, weil die Geschäfte in Nordamerika schwächelten. Umsatzzuwächse erzielte Under Armour nur noch im Auslandsgeschäft. Das ist umso beunruhigender, weil die Konkurrenz in den USA zuletzt bemerkenswerte Erfolge erzielte.

So konnte adidas auf dem weltweit wichtigsten Markt für Sportartikel kräftig zulegen und hat Under Armour in den USA wieder vom zweiten Platz der Umsatzrangliste verdrängt. Rabattaktionen, negative Währungseffekte und ein ungünstigerer Produkt- und Regionalmix ließen die Bruttomarge sinken. Zudem stiegen die Vertriebs-, Verwaltungs- und Gemeinkosten aufgrund höherer Investitionen in die Auslandsexpansion, den eigenen Einzelhandel und die besonders wachstumsträchtige Schuhsparte. Das hatte Konsequenzen: Im 1. Quartal 2018 fiel unterm Strich ein hoher Verlust von 30,2 Mio. $ an.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.