Nike vertieft seine Beziehung zu Amazon

Künftig wird Nike eine Auswahl seiner Produkte nicht mehr durch Drittanbieter, sondern via Amazon verkaufen. Das bedroht den Einzelhandel. (Foto: TY Lim / shutterstock.com)

In einem Pilotprojekt wird Nike künftig eine Auswahl seiner Produkte auf der Amazon-Plattform direkt verkaufen.

Nike, dessen Produkte bereits bei Amazon durch Drittanbieter verkauft werden, könnte dadurch zusätzliche 300 – 500 Mio. $ Umsatz generieren.

Das Pilotprogramm ist ein Zeichen dafür, dass Nike seine Beziehungen zu Online-Händlern vertiefen möchte.

Nikes Schritt Richtung Online-Handel bedroht Einzelhändler

Doch es könnte gleichzeitig auch die Verkaufszahlen von Sport-Einzelhändlern wie beispielsweise Foot Locker beeinträchtigen.

Die Einzelhändler spüren schon jetzt die harte Konkurrenz des Online-Handels.

So ist Foot Locker mit durchwachsenen Zahlen ins neue Geschäftsjahr gestartet. Der Umsatz auf vergleichbarer Fläche wuchs nur noch um 0,5%.

Die Entscheidung von Nike über Amazon zu verkaufen macht alle nervös.

Sportgeschäfte, die sich auf Nike für einen erheblichen Teil ihres Großhandels-Einkommens verlassen, würden es finanziell spüren, falls Nikes Partnerschaft mit Amazon über das aktuelle Pilotprogramm hinaus expandiert.

Nach Bekanntgabe der Vereinbarung stieg der Aktienwert von Nike auf den höchsten Stand seit über 3 Monaten. Die Aktien der Sportartikel-Einzelhändler fielen dagegen.

Der Sportartikelmarkt ist bereits in großen Schwierigkeiten:

Mehrere Einzelhändler, wie etwa Sports Authority, haben bereits Insolvenz angemeldet, und Nikes Abkommen könnte bestehende Einzelhändler zwingen weitere Filialen zu schließen.

Die Turnschuhe von Puma sind wieder gefragt

Die Shirts, Shorts und Turnschuhe von Puma waren begehrt wie noch nie in der 69-jährigen Geschichte des Unternehmens.

Was die neuen Wall Street-Rekorde wirklich aussagenDie neuen Rekordkurse an der Wall Street haben ihre Ursache, auch wenn die bislang nur wenige sehen (können). › mehr lesen

Erstmals hat Puma in einem Quartal mehr als 1 Mrd. € Umsatz erzielt.

Das gute Geschäft sorgte im 1. Quartal auch für einen Gewinnsprung: Unterm Strich blieben knapp 50 Mio. € übrig. Damit hat sich der Gewinn fast verdoppelt.

Die Aufbau-Arbeit von Björn Gulden beginnt sich auszuzahlen. Als er den Posten des CEOs 2013 übernahm, lag Puma am Boden.

Gulden steckte seither viel Geld in den Umbau. Jetzt erobert er wieder mehr Platz in den Regalen der Händler, die Puma lange immer weiter nach hinten geschoben hatten.

Inzwischen holt sich Puma verlorene Marktanteile jedoch wieder zurück.

Under Armour: Der Angreifer hinkt

Beim aufstrebenden Unternehmen Under Armour hat die Dynamik nach Jahren bemerkenswerten Wachstums mittlerweile merklich nachgelassen.

Der Umsatz wurde zwar um 6,7% gesteigert, die Wachstumsrate fiel aber weit niedriger aus als in früheren Glanzzeiten, weil die Geschäfte in Nordamerika schwächelten.

Im Großhandel wuchs der Umsatz um 4%, und im eigenen Einzelhandel stiegen sie um 13%.

Doch solche Wachstumsraten, über die andere Firmen mehr als glücklich wären, sind für den Aufsteiger in der Sportartikel-Branche angesichts früherer Erfolge eher enttäuschend.

Sie lagen zudem weit unter dem Jahresschnitt. Rabatt-Aktionen, negative Währungs-Effekte sowie ein ungünstigerer Produkt- und Regional-Mix ließen die Bruttomarge sinken.

Zudem stiegen die Vertriebs-, Verwaltungs- und Gemein-Kosten aufgrund höherer Investitionen in die Auslands-Expansion, den eigenen Einzelhandel und die besonders wachstumsträchtige Schuhsparte.

Das hatte Konsequenzen: Im 1. Quartal fiel unterm Strich ein Verlust von 2,27 Mio. $ an, der Aktienkurs brach weiter ein.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.