Nikkei: Ein weitgehend unbeachtetes, aber dennoch wichtiges Ereignis

Im japanischen Leitindex Nikkei 225 hat sich in der vergangenen Woche etwas ereignet, das von den Börsen-Medien weitgehend unbeachtet blieb.

Charttechnisch könnte dies jedoch einen wichtigen Mosaikstein in der Gesamtmarkt-Betrachtung bilden.

Ein kurzer Rückblick

Im März 2011 ereilte Japan eine schreckliche Naturkatastrophe: Das stärkste Erdbeben in der Geschichte Japans unter dem Pazifik vor der Ostküste löste einen gigantischen Tsunami aus.

Die Katastrophe forderte mehr als 19.000 Menschenleben, hinterließ schier unglaubliche Schäden und initiierte obendrein noch eine nukleare Katastrophe durch Schäden am Kernkraftwerk in Fukushima.

Knapp 1 Jahr später, am 15. März 2012, schrieb ich Ihnen an dieser Stelle:

„Der japanische Aktienmarkt stand lange Zeit unter dem Eindruck des durch die Katastrophe ausgelösten Traumas.

Nun ist seit Jahresbeginn deutlich Bewegung hineingekommen: Der japanische Leitindex Nikkei 225 kletterte von 8.455 auf 10.123 Zähler (+20%).

Um das richtig einzuordnen:

Es ist nicht mit einem Crash oder Kurs-Absturz in Japan zu rechnen. Allerdings wird ein Kursrücksetzer immer wahrscheinlicher und wäre zudem sehr gesund.

Wenn der Nikkei 225 nach dem Kursrücksetzer den Widerstand bei 10.200 [die pinkfarbene Linie] überwinden kann, dann eröffnet sich weiteres, erhebliches Kurs-Potenzial.“

4 ½ Jahre Regierungs-Hausse

Im nachfolgenden Chart habe ich Ihnen den Zeitpunkt meiner Einschätzung mit der grünen Vertikale markiert:

nikkei 225_15-11-2017

Nikkei 225 setzt Endpunkt einer 4 ½-jährigen Hausse

Sie sehen es selbst: Der Nikkei 225 gab bis zum Juni 2012 tatsächlich den zuvor gemachten Zuwachs komplett wieder her (-20%).

Nach einer Pendelbewegung während der folgenden 5 Monate startete der japanische Leitindex ab Dezember wieder durch und durchbrach im Januar 2013 auch noch den von mir genannten Widerstand bei 10.200 Zählern.

Die daran anknüpfende und noch immer andauernde Hausse wurde durch die damals gerade neu gewählte japanische Regierung begünstigt:

Mit einer bewussten Schwächung der Landeswährung, dem Yen, wurden die Wirtschaft und damit letztlich der Aktienmarkt gestärkt.

Nikkei: Die Hausse endete soeben

Das von mir eingangs erwähnte Ereignis wird durch die gestrichelte Horizontale verdeutlicht:

Der Nikkei 225 markierte am Donnerstag letzter Woche mit 23.382 Punkten ein 25-Jahres-Hoch (gelber Kreis)!

21 Jahre lang, also seit 1996, bildete das damalige Top bei 22.666 Zählern das „Maß aller Dinge“ für den japanischen Leitindex.

Ein Blick auf den 14-Monats-Relative Stärke Index (RSI) zeigt Ihnen, dass Sie sich nun wieder auf eine länger anhaltende Abwärts-Bewegung einstellen sollten.

Denn das neue 25-Jahreshoch wurde nicht durch den Indikator für Trendstärke mit einem ebenfalls höheren Hoch bestätigt (blaue Vertikalen).

Sie kennen das bereits: Es handelt sich hier um eine Divergenz (Abweichung) von Kursverlauf und Indikator.

Und eine solche Divergenz signalisiert Ihnen regelmäßig einen bevorstehenden Trend-Wechsel.

Davon einmal abgesehen, hatte der RSI schon Anfang 2016 den seit dem Jahr 2009 bestehenden Aufwärtstrend nach unten verlassen.

Dass der Indikator aktuell leicht über der Trend-Linie liegt, sollte Sie indes nicht stören. Wir schauen hier auf einen Monats-Chart.

Und der November hat bekanntlich noch einige Handelstage vor sich. Der Indikator-Verlauf ist also für den laufenden Monat noch nicht endgültig.

Fazit

Das „frisch gebackene“ 25-Jahres-Hoch dürfte sich als vorläufiger Endpunkt der seit 2012 andauernden Hausse am japanischen Aktienmarkt erweisen.

Ein Rücksetzer in den Bereich 19.000 / 20.000 Punkte scheint das Mindestziel zu sein, denn auf diesem Niveau verläuft in etwa der Aufwärtstrend, der dann erreicht würde.

Allerdings deutet die RSI-Konstellation darauf hin, dass der Nikkei 225 irgendwann in den kommenden Monaten auch durch diese Unterstützung fallen wird.

Das voraussichtliche Hausse-Ende in einem der weltgrößten Aktienmärkte wirft ein weiteres Schlaglicht auf die Gesamt-Situation der Finanzmärkte.

Beim DAX hatten wir gestern bereits das Ende der Rallye seit August konstatiert. Nun rückt die Wall Street in den Fokus der Anleger. Doch dazu morgen mehr.


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15. November 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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