„Ninja“-Darlehen – die nächste Generation an den Finanzmärkten

Schwertkämpfer, so kennen wir "Ninja". Das ist unter Experten am Finanzmarkt aber nicht gemeint, wenn es um "Ninja" geht. Die Kurzform steht (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Jedem sein Häuschen, so der Wunsch von Bill Clinton vor nunmehr etwa 15 Jahren. Alan Greenspan nickte, so dürfen wir heute annehmen.

Die beiden fanden das Wundermittel: Kredite ohne Sicherheiten, niedrige Zinsen und viel Werbung.

„Ninja“: Erfindung von Bill Clinton und Alan Greenspan

Dummerweise stiegen durch die zahlreichen Käufer auch die Immobilienpreise ins Astronomische, so dass nicht nur „ärmere Leute“, sondern fast jeder in den USA sich berufen fühlte, Hauseigentümer zu werden. „Ninja“ steht dementsprechend für „no income“, „no Job“, „no assets“, oder auf Deutsch: kein Einkommen, keine Arbeit, keine Vermögensgegenstände.

Neue „Ninjas“ im Unternehmenssektor

Und jetzt drängeln die Staaten wieder. Genauer: die Regierungen. Hier geht es nicht um Immobilien, sondern um Kredite allgemein. Jüngst drohte Obama wieder, er würde die Banken notfalls zwingen, Kredite rauszureichen. Die Sicherheitsprüfung möchte er offenbar auch gleich selbst durchführen.

Übrig bleiben wieder: „Ninja“. Der Rest erhält bereits Kredite, warum auch nicht – solange Sicherheiten vorhanden sind. Das „Ninja“-Programm aber bringt einen kurzfristigen Vorteil – und ist deshalb so wichtig für Obama, aber auch für Merkel: die Arbeitslosigkeit explodiert. Vor unseren Augen.

17 Prozent in den USA

Inoffiziell sind es in den USA bereits 17 Prozent, offiziell erst 10,5 Prozent. Bei uns in Deutschland werden es absolut mehr als 5 Millionen sein, wenn die Programme – etwa Kurzarbeitergelder, nicht soviel verdecken würden.

Und jetzt müssen die Kredite „einspringen“. Unser Tipp: Wappnen Sie sich, der Ton wird rauher. In diesem Fall gegenüber den Banken, demnächst gegen die Steuerzahler. Garantiert. Sparen Sie Steuern, wo immer es geht.

Unser Hinweis dazu: je länger Sie Wertpapiere im Depot halten, umso größer die Steuerersparnis. „Stundung“ heißt das Zauberwort: Gewinne, die Sie erst in 10 Jahren aufdecken, kassieren Sie zumindest 10 Jahre lang steuerfrei.

Als besondere Langfristinvestments empfiehlt etwa Volker Gelfarth mit seinem Research-Team der „Aktien-Analyse“ die Warren Buffett-Aktie Berkshire Hathaway. Alle Kennzahlen, die von den sonstigen Fans und Feinden dieses umstrittenen Klassikers so garantiert niemand kennt.

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.