Nintendo-Aktie nach Gewinnwarnung meiden

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Nintendo fehlt ein Bestseller. Die aktuelle Gewinnwarnung dürfte nicht die letzte gewesen sein. (Foto: dennizn / Shutterstock.com)

Vor einigen Jahren schaffte Nintendo mit seiner innovativen Wii-Konsole einen Überraschungserfolg gegen die technisch hochgerüstete Konkurrenz von Sony und Microsoft. Doch vom Glanz vergangener Zeiten kann der Konzern nicht leben. Die aktuellen Spielekonsolen verkaufen sich schlecht.

Gewinnwarnung setzt Aktie unter Druck

Gerade musste Nintendo deswegen eine Gewinnwarnung aussprechen. Statt umgerechnet 400 Mio. Euro € rechnet Nintendo jetzt mit einem Verlust von 190 Mio. €. Dementsprechend schwach zeigte sich die Aktie mit einem Tagesminus von 11%. Aktuell notiert der Wert drei Viertel unter seinem Höchststand von 2008.

Der neue Hoffnungsträger Nintendo Wii U enttäuscht

Im bis März laufenden Geschäftsjahr 2013 / 2014 wollte Nintendo ursprünglich 9 Mio. Einheiten unters Spielervolk bringen. Aber dieses Ziel wird weit verfehlt: In drei von vier Quartalen (inklusive Weihnachtsgeschäft) haben die Japaner laut eigenen Angaben gerade einmal 2,8 Mio. Stück verkauft.

Ein Grund für das Desaster ist sicherlich die starke Konkurrenz: Sowohl Sony als auch Microsoft haben pünktlich zum Weihnachtsgeschäft neue Versionen ihrer Spielekonsolen auf den Markt gebracht. Beide Geräte sind dem Nintendo Wii U in der technischen Ausstattung meilenweit voraus.

Zwar konnte sich Vorgänger Wii noch gegen die auch damals schon bessere Konkurrenz durchsetzen, dies lag aber vor allem am Innovationsfaktor – der revolutionären Steuerung. Mittlerweile bietet die Konkurrenz ähnliche Steuersysteme, weshalb die Wii U hier nicht mehr punkten kann. Ohne die Innovation bleibt nur die schwache Ausstattung.

Auch Nintendo 3DS bleibt hinter den Erwartungen zurück

Auch das zweite Standbein des Unternehmens verkauft sich nicht so gut wie erhofft: Die mobile Spielekonsole Nintendo 3DS liegt ebenfalls deutlich unter Plan. Ursprünglich wollte Nintendo 18 Mio. Stück davon verkaufen und hält jetzt noch 13,5 Mio. für realistisch.

Nintendos Problem hier: Durch den Siegeszug der Smartphones und Tablets haben deren Nutzer Zugriff auf unzählige App-Spiele, die wesentlich weniger kosten bzw. zum Teil umsonst sind. Ein Umstand, auf den ich Sie schon vor Jahren aufmerksam gemacht habe, daher habe ich mich ehrlich gesagt auch gewundert, dass Nintendo sich überhaupt an einer neuen portablen Spielekonsole versucht.

Schwere Zeiten für Nintendo

Für beide Spielekonsolen sehe ich keine Anzeichen für eine Besserung. Die Wii U kann technisch nicht mit der Konkurrenz mithalten und die 3DS preislich nicht gegen die Smartphone-Apps bestehen. Daher muss sich Nintendo schnell etwas einfallen lassen – oder Gewinnwarnungen werden in den kommenden Jahren zur Regel werden.

Solange kein Lichtblick erkennbar ist, sollten Sie von der Nintendo-Aktie die Finger lassen. Wenn es Nintendo nicht gelingt, in den nächsten Jahren eine erfolgreiche neue Konsole im Markt zu platzieren, könnte auf lange Sicht sogar die Existenz in Frage stehen.

 

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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