Nissan lässt die Marke Datsun wieder aufleben

Eine Ikone erblüht wieder zum Leben. Kennen Sie noch den Datsun Cherry oder den Sportwagen Z? (Foto: Tadeas Skuhra / Shutterstock.com)

Heute geht es mal wieder ums Auto.

Daimler sieht endlich ein, dass „Kleinwagen“ wie die der CLA keine 29.000 Euro in der simpelsten Basisausführung (CLA180) kosten dürfen, um Abnehmer zu finden.

Und bestätigt deshalb Kooperationsgespräche mit dem japanischen Autobauer Nissan Motors. Ab 2014 sollen nach jetziger Planung im mexikanischen Werk der Japaner gemeinsam neue Kleinwagen wie der CLA und Nachfolgemodelle montiert werden.

Mit Nissan hat sich der Stuttgarter Autobauer einen der derzeit ehrgeizigsten Autobauer der Welt zum Partner auserkoren.

Denn die Nissan Motor Co. LTD, so die korrekte Unternehmensbezeichnet, gibt derzeit an allen Fronten Gas, mit Hilfe der günstigen Wechselkurse und einer Modelloffensive soll der weltweite Markanteil von heute 5,8% auf 8% in 2016 gesteigert werden.

Nissan als Nischenanbieter

Hierzulande ist Nissan eher ein Nischenanbieter (56.000 verkaufte PKW in 2012) und am ehesten  als Hersteller des Nissan Micra und des im TV heftig beworbenen Nissan Juke bekannt.

Und mit seiner Edelmarke Infiniti, die in den USA zu den begehrtesten japanischen Edelkarossen zählt, führt das Unternehmen wegen der hohen Anschaffungspreise in Europa eher ein Schatten-dasein.

Doch früher, also ganz früher, so in den 70iger und 80iger Jahren kannte eine Marke aus dem Hause Nissan jedes Kind, ja die die ganze Welt.

Der Datsun Z, ein rassiger Sportwagen mit 2,4-Liter-Reihensechszylinder, war Traum eines jeden Familienvaters und Nachwuchsunternehmers.

500.000 verkaufte Fahrzeuge in der Zeit von 1969 bis 1978 sprechen für sich, Datsun war hier kommerziell sehr erfolgreich.

Und auch der Kleinwagen Datsun Cherry war sehr geläufig, wurde jedoch im Zuge einer neuen Markenstrategie zum Nissan Cherry umbenannt.

Datsun – der Wiedergeburt einer Marke

Die Marke Datsun verschwand 1974 komplett vom Markt und damit ein Markenname, der seit 1931 für Autos Made in Japan stand.

Und heute lebt Datsun und das Datsun Logo plötzlich wieder auf.

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Nissan besinnt sich des guten Rufes und belebt Datsun neu. Nicht als rassige Sportwagenmarke wie früher, nein, mit Datsun sollen sogenannten „emerging auto markets“, automobilmäßig noch wenig erschlossene Länder wie Indien erobert werden.

Und so ist es kein Zufall, dass in diesen Tagen im indischen Neu-Delhi der erste Kleinwagen, der Datsun Go vorgestellt wird. Als Billigmarke aus dem Hause Nissan, ähnlich der Marke Dacia von Renault.

Mit seinen 5 Türen, einer Fünfgang-Schaltung und einem 1,2-Liter-Dieselmotor soll er mit multimedialen Extras aufgepeppt vor allem junge Neukunden ansprechen.

Denn der neue Kleinwage ist nicht wirklich billig. Mit einem Listenpreis von 7.000 US-$ liegt er im hart umkämpften indischen Automarkt um über 2.000 US-$ über den Wettbewerbern Suzuki oder Tata Motors.

Aber  Nissan setzt auf seien Qualität und positioniert sich von Anfang an als Premiumanbieter und Trendsetter unter den Billigherstellern. Mal eine ganz neue, ungewohnte Strategie, die Zeit und die Absatzzahlen werden zeigen, ob der Plan aufgeht.

Die Phantasie der Aktionäre hat die neue Markenstrategie, aber auch die Kooperationsabsichten mit Daimler, in jedem Fall angeregt.

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Sie sehen es im Point&Figure-Chart, unter Schwankungen gelang es der Aktie in den letzten Tagen, die Tiefs aus dem Jahreswechsel zu verlassen und neue Kaufsignale (grüne Kreise) zu generieren.

Das Aufwärtspotential liegt nun bei erfreulichen 20%, doch Vorsicht!

Noch befindet sich der Wert im Abwärtstrend, noch kann der Kurs jederzeit wieder abtauchen, die abwärts gerichtete Trendlinie (rot) zeigt es.

Gelingt der nachhaltige Ausbruch, ist der Weg frei zu den alten Hochs aus dem Jahr 2006 bei 10,00 €.

Doch bis dahin kann es noch etwas dauern. Und gelingt der Ausbruch nicht, ist auch eine Rückkehr zu den Tiefs aus dem Vorjahr bei 6,30 € noch jederzeit möglich.


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Von: René Neukirch. Über den Autor

René Neukirch, Jahrgang 1963, ist Händler. Parketthändler. Zumindest nannte man es damals, vor über 26 Jahre so. Mit nur 22 Jahren hatte er sich schon vom einfachen Bankkaufmann hochgearbeitet zum Parketthändler und ist seitdem der Leidenschaft Börse verfallen.