Nokia im neuen Gewand

Netzwerkdienste sollen Nokia künftig Gewinne bringen. Bisher ist die Neuausrichtung erfolgreich verlaufen. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Gibt es Nokia überhaupt noch? Diese Frage stellen sich jetzt sicher einige Leser.

Die Antwort ist ja! Tatsächlich hat Nokia nach dem Verkauf des einstigen Kerngeschäfts, der Handy-Sparte, ein beeindruckendes Comeback hingelegt.

Doch wie geht es mit dem einstigen Kult-Unternehmen weiter? Das Technologie-Unternehmen Nokia hat den Anschluss an das Smartphone-Geschäft verpasst.

Mit dem Verkauf der einst florierenden Handysparte an Microsoft hat sich der Konzern auf seine Netzwerkdienste (NSN) spezialisiert. In den Schwellenländern setzt Nokia auf den Vertrieb von klassischen Telefonen.

Nokia hat ein starkes Halbjahr hinter sich. Der Verkauf der Handysparte an Microsoft war offensichtlich die richtige Entscheidung.

Nokia hat mit dem frischen Geld seinen Kartendienst HERE und die hauseigene Netzwerktechnik forciert.

Die Erfolge geben dem Konzern Recht. Der Umsatz stieg um 14,3% auf 6,4 Mrd. €. Dabei hat sich der Gewinn versechsfacht und lag bei 0,14 € pro Aktie.

Jetzt möchte Nokia seine Techniksparte verbessern und das Produktportfolio ausbauen.

Kommt es zum Zusammenschluss mit Alcatel?

Dazu setzt der Konzern auf externes Wachstum. Im Gespräch ist eine Übernahme des angeschlagenen Konkurrenten Alcatel-Lucent. Allerdings fehlt den Finnen das Geld. Die Alcatel- Übernahme würde geschätzt 16 Mrd. € kosten.

Um den Betrag stemmen zu können, möchte Nokia mit der chinesischen Investmentfirma Huaxin kooperieren. Dazu wurde eine eigene Gesellschaft mit dem Namen Nokia Shanghai Bell gegründet, die später in den Nokia-Konzern eingegliedert werden soll.

Nokia gibt sich zuversichtlich, dass der Plan aufgehen wird. Allerdings benötigen die Konzerne noch die Zustimmung der chinesischen Regierung.

Alcatel würde diesen Bereich hervorragend ergänzen. Wenn alles gut geht, sollte der Zusammenschluss Anfang 2016 abgeschlossen sein.

Damit das Vorhaben auch wirklich klappt, wurden dem amtierenden CEO von Alcatel knapp 14 Mio. € Provision für die Übernahme versprochen. Damit bewegt sich Nokia aber noch nicht im Bereich von unlauteren Absprachen.

Auf Sicht von 6 bis 12 Monaten erwarten wir eine durchschnittliche Kursentwicklung. Weiterhin halten wir die Aktie von Nokia noch immer für zyklisch.

Auch die Dividendenrendite von 0,9% eignet sich für Anleger nicht wirklich als Sicherheitspuffer.

Kurzfristig kaum Kurschancen

Auf der Positiv-Seite stehen allerdings die strategische Neuausrichtung, die schwarzen Zahlen und auch die Fusionsfantasie, die sich rund um Nokia immer wieder rankt.

Anleger, die ein Tech-Investment suchen, können Nokia durchaus auf die Watchliste nehmen. Das Unternehmen ist in jedem Fall interessant. Die Zeit der großen Kurschancen sehen wir aber (noch) nicht gekommen.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die deutsche Wirtschaft AG
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