Nordex 2011 mit Verlusten trotz steigendem Umsatz

Der Windkraftanlagenbauer Nordex hat die Zahlen für das erste Quartal 2011 bekanntgegeben. Dabei vermeldete der Konzern zwar ein deutliches Umsatzplus, musste jedoch gleichzeitig einen starken Rückgang beim Gewinn zugeben.

In Folge dessen reagierte die Nordex-Aktie mit Kursverlusten. Nach dem im April erreichten Jahreshoch von 9,36 Euro notiert das Papier am Freitagnachmittag nur noch auf einem Stand von 6,53 Euro.

Nordex mit Umsatzsteigerung in den USA

Zuvor hatte der Konzern mit Sitz in Rostock und Hamburg im Geschäftsbericht eine deutliche Steigerung beim Umsatz vermelden können. Dieser stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 22 Prozent auf 183 Millionen Euro an.

Dabei spielte vor allem die grüne Energiepolitik in den Vereinigten Staaten eine große Rolle. Waren es im ersten Quartal 2010 nur 3,4 Millionen Euro, konnten 2011 bereits 28,9 Millionen Euro an Umsatz erwirtschaftet werden.

Das Kerngeschäft in Europa blieb hingegen mit rund 144 Millionen Euro mehr oder weniger auf dem Level des Vorjahres.

Nordex: EBIT stagniert, Konzernergebnis im Minus

Trotz des guten Konzernumsatzes konnte die im TecDAX notierte Gesellschaft jedoch keine Gewinnsteigerung einfahren – im Gegenteil vermeldete der Konzern gestiegene Verluste.

Während das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) mit rund 400.000 Euro auf dem Vorjahresniveau stagnierte, musste unter dem Strich ein Verlust von 1,8 Millionen Euro vermeldet werden. 2010 hatte der Verlust im ersten Quartal nur 200.000 Euro betragen.

Unternehmenssprecher Ralf Peters sprach als Gründe für den rapiden Verlustanstieg den Beteiligungsverkauf ich Höhe von zwei Millionen Euro an. Dieser habe das Ergebnis in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres ausgeglichen. 2011 habe es diesen Bonus jedoch nicht gegeben.

Geschäftserwartung für 2011 weiterhin positiv

Nordex setzt nun darauf, dass sich die Entwicklung aus den Vorjahren auch 2011 wiederholen werde.

Auch in den vergangenen Jahren war der erste Sektor generell von Verlustmeldungen aus der Windbranche geprägt. In den folgenden Quartalen hatte der Branchengewinn jedoch durchweg stark angezogen.

Deshalb bleibt das Unternehmen weiterhin bei seinem Ziel, in 2011 ein operatives Ergebnis von 40 Millionen Euro – und damit den Wert des Vorjahres – zu erreichen.

Dabei setzt das Unternehmen vor allem auf das zuletzt eingeführte Kostensenkungsprogramm sowie die Investition in neue, effizientere Produktreihen.

Nordex baut Windpark in Schweden

Daneben wird ein weiterer Grund für den positiven Blick in die Zukunft genannt. Nordex verkündete parallel zum Geschäftsbericht, den Auftrag zum Bau des bislang größten Windparks in Schweden unterschrieben zu haben.

Der Baustart der 150-Megawatt-Anlage „Blaiken“ für die Energieversorger Skellefteå Kraft und Fortum ist für den Sommer 2012 geplant und soll dem Konzern Erlöse in Millionenhöhe einbringen.

Analysten raten zum Verkauf der Nordex-Aktie

Derweil haben verschiedene Börsenanalysten die Nordex-Aktie auf den Status „Verkaufen“ gesetzt. Damit reagierten die Experten auf die hinter den Erwartungen zurück gebliebenen Geschäftsergebnisse.

Auch die optimistische Prognose für die kommenden Quartale können die Experten nicht vorbehaltlos teilen. Die Verkaufslage in Deutschland sei zwar weiterhin gut, der Wille von internationalen Regierungen, verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen, sei jedoch weiterhin nicht gewiss.

Das Kursziel der Aktie (ISIN DE000A0D6554/ WKN A0D655) wurde von den beiden Gruppen Goldman Sachs und Independent Research bereits von 6,50 Euro auf 6,10 Euro gesenkt.

In den kommenden Monaten wird sich entscheiden, ob Sturm aufzieht für die Nordex AG, oder ob ein starker Nordwind den Konzern und dessen Aktie wieder in die Höhe weht.

13. Mai 2011

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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