Nordex- Aktie nach Top-Zahlen: Was Anleger tun sollten

Die Energiewende kommt – und mit ihr die Windräder. Das sorgt für volle Auftragsbücher beim Turbinenhersteller Nordex.

Im abgelaufenen Jahr hat sich der Gewinn des Unternehmens im Vergleich zu 2013 vervierfacht auf 39 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg um 76 Prozent auf 78 Millionen Euro, und auch der Umsatz legte deutlich zu. Die Erlöse stiegen um 21 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro.

Damit hat Nordex das Maximum dessen herausgeholt, was es sich selbst zugetraut hatte. Die Zahlen liegen am oberen Ende der eigenen Prognose für 2014, die im vierten Quartal noch einmal nach oben korrigiert worden war.

Kommt jetzt die Dividende?

Das schürt Hoffnungen auf eine Dividende. Noch nie hat Nordex seit seinem Börsengang im Jahr 2001 seine Aktionäre am Geschäftsergebnis direkt beteiligt, doch jetzt könnte es soweit sein. Die Gerüchteküche brodelt, die Bilanz spricht dafür – doch eine endgültige Entscheidung soll erst am 23. März fallen, wenn die Jahresabschlussprüfung abgeschlossen ist.

Für das neue Jahr will sich die Vorstandsetage noch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Zwar sind die Auftragsbücher weiterhin prall gefüllt. Mit Bestellungen im Volumen von 1,5 Milliarden Euro hat Nordex auch im neuen Jahr genug zu tun. Doch auf konkrete Zahlen will man sich so früh nicht festlegen.

Anleger trauen dem Unternehmen jedoch noch einiges zu. Sie decken sich weiterhin kräftig mit Aktien ein und sorgten allein in den vergangenen drei Monaten für einen Kursanstieg um 20 Prozent. Auf Jahressicht hat das Papier sogar um rund 60 Prozent zugelegt. Seit 2013 befindet sich Nordex im Aufwind, ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht.

2015-03-06 Nordex

Analysten sehen noch Luft nach oben

Das sehen auch die Analysten ähnlich. Sie empfehlen, die Aktie zu halten oder zuzukaufen. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit etwa 20 Euro auf dem Niveau, bei dem das Papier derzeit gehandelt wird. Einige Studien halten allerdings auch 24 Euro für durchaus realistisch.

Für überbewertet hält das Papier unterdessen niemand. Kein Wunder, denn einer der größten Gewinntreiber 2014 war das Geschäft mit Turbinen für windschwache Regionen – die Nachfrage in diesem Segment dürfte auch in den kommenden Jahren stabil bleiben oder sogar noch steigen.

Denn auch wenn Deutschland mit seiner Abkehr vom Atomstrom den wohl radikalsten Wandel vollzieht, setzen nicht nur in Europa, sondern weltweit immer mehr Länder auf natürliche und regenerative Energiequellen wie eben Windkraft. Eine Abkehr von dieser Politik scheint schwer vorstellbar in Zeiten der erhöhten Sensibilisierung für ökologische Schäden wie den Klimawandel.

Gut für Nordex und seine Aktionäre – denn dadurch ist auch weiterhin eine gute Auftragslage gesichert. Weiterem Wachstum für das Unternehmen und seine im TecDax gelistete Aktie steht vorerst nichts im Wege. Und die Chance auf eine Dividende wächst.

10. März 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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