Nordex Aktie: 2 Alarmzeichen erschrecken die Anleger

Ein weiteres Unternehmen meldet für 2015 Rekordzahlen: Nordex, Deutschlands Nummer drei in Sachen Windkraft, glänzt mit hohen Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn.

Konkret konnte der Umsatz um rund 40 Prozent gesteigert werden auf gut 2,4 Milliarden Euro. Den Löwenanteil davon steuerte das Geschäft in Europa bei, das 88 Prozent der Konzernerlöse ausmacht.

Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) wurde sogar mehr als verdoppelt auf rund 126 Millionen Euro. Zudem hat Nordex neue Aufträge mit einem Volumen von fast 2,5 Milliarden Euro in den Büchern stehen, ein Großteil davon bereits fest finanziert.

Mickrige Marge, sinkende Subventionen

Gute Aussichten also auch für 2016? Jain. Denn Beobachter sind skeptisch mit Blick auf die Marge der Hamburger, die mit 5,2 Prozent klar unterhalb des Branchenschnitts liegt. Zum Vergleich: Konkurrent Vestas fährt eine Ebit-Marge von mehr als 10 Prozent ein. Hier erhoffen sich Anleger in Zukunft auch bei Nordex eine Steigerung.

Die wird allerdings schwer zu realisieren sein, denn im Windkraftgeschäft spielt die Politik eine nicht unerhebliche Rolle. 2015 hat sich das sehr zum Vorteil des im TecDax gelisteten Konzerns ausgewirkt: Nie zuvor wurden weltweit so viele Windkraftanlagen in Betrieb genommen wie im vergangenen Jahr.

Zusätzlichen Anschub erhält die Branche durch die Beschlüsse des Pariser Klimagipfels, die unter anderem eine schrittweise Reduzierung konventioneller Kraftwerke bei gleichzeitiger Förderung umweltfreundlicher Solar- und Windkraftanlagen vorsehen.

Konsolidierung der Windkraftbranche

Dadurch jedoch gerät auch Bewegung in die Branche. Die Konkurrenzsituation verschärft sich, Übernahmen und Fusionen sind zunehmend an der Tagesordnung. Auch Nordex hat zuletzt einen größeren Kauf getätigt und sich mit der spanischen Firma Acciona Windpower zusammengeschlossen.

Mit der Fusion will sich Nordex breiter aufstellen und neben westlichen Industriestaaten zunehmend auch Schwellenländer bedienen.

Das wird auch notwendig werden, denn gerade in Europa, wo das Unternehmen zuletzt einen Großteil seiner Gewinne erwirtschaften konnte, werden die staatlichen Fördermaßnahmen in den kommenden Jahren auslaufen. Auch das verschärft den Wettbewerb am Heimatmarkt.

Aktie im Achterbahnmodus

Von Seiten der Anleger wurden die Hamburger im vergangenen Jahr verwöhnt, der Aktienkurs stieg um rund 50 Prozent. Allerdings schwächelt das Papier mit dem Gesamtmarkt seit Jahresbeginn und hat in den ersten zwei Monaten 2016 rund 18 Prozent an Wert eingebüßt.

Analysten sind sich dennoch weitgehend einig: Sie empfehlen die Nordex-Aktie mehrheitlich zum Kauf, die Kurszielspanne reicht bis 42 Euro. Die Experten der Commerzbank trauen dem Papier immerhin 40 Euro zu. Zuletzt war die Nordex-Aktie für rund 26 Euro zu haben.

Ob sich Anleger auch in diesem Jahr über eine Dividende freuen dürfen, ist unterdessen noch offen. Details – auch zur Prognose für das Geschäftsjahr 2016 – sollen erst bei der finalen Bilanzpräsentation am 21. März bekanntgegeben werden.

2016-02-29 Nordex

2. März 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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