Nordex steht vor schwierigen Zeiten

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Der Hamburger Windturbinen-Bauer Nordex will bis 2018 Kosten in Höhe von 45 Mio. € einsparen und streicht dazu u. a. 400 - 500 Stellen. (Foto: Lukassek / shutterstock.com)

Ein Blick auf den Börsen-Kurszettel wird Sie heute erfreut haben – der Aktienmarkt sendet ein kräftiges Lebenszeichen:

  • So kletterte der deutsche Leitindex DAX auf fast 12.500 Punkte.
  • Die Sturmschäden in den USA könnten geringer ausfallen als befürchtet.
  • Und Nordkorea hat zunächst einmal auf weitere Provokationen verzichtet.

Nordex – einer der wenigen Tages-Verlierer

Zu den wenigen Tages-Verlierern im TecDax gehörte heute die Nordex-Aktie – ein „Überflieger“ aus den vergangenen Jahren.

Von Ende 2012 bis Ende 2015 war das Papier von rund 3 auf etwa 33 € geklettert. Der Aktienkurs hatte sich also innerhalb von nur 3 Jahren ver-11-facht!

Seither ging es jedoch nur noch bergab; allein in diesem Jahr verlor die Nordex-Aktie mehr als 50% an Wert!

Ausgehend von den Höchstständen aus dem Jahr 2015 verlor die Aktie des im TecDax gelisteten Windturbinen-Bauers sogar mehr als 2/3 ihres Wertes.

Ursächlich dafür ist u. a. massiver Gegenwind im Heimatmarkt; so wächst der Preisdruck durch Kunden, über deren Projekte jetzt in Auktionen entschieden wird.

Zudem wird sich der Ausbau der Windkraft an Land nach den vergangenen Boom-Jahren, die angesichts der sich ändernden Rahmenbedingungen hohe Zuwächse brachten, abschwächen.

Darauf reagiert Nordex nun u. a. mit massiven Stellen-Streichungen: Insgesamt sollen nahezu 10% der Stellen – vor allen Dingen in Deutschland – gestrichen werden.

Wie groß die Probleme bem in Hamburg ansässigen Unternehmen sind, offenbaren auch die aktuellen Zahlen und der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2017:

Aktuelle Zahlen und Ausblick 2017

Zwar konnte der Windturbinen-Hersteller dank eines recht guten 2. Quartals in den ersten 6 Monaten dieses Jahres beim Umsatz leicht von 1,48 auf 1,50 Mrd. € zulegen.

Doch der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging von 136,6 auf 117,5 Mio. € zurück.

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Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Nordex-Management einen Umsatz zwischen 3,1 und 3,3 Mrd. € und eine EBITD-Gewinnmarge von 7,8 – 8,2%.

Darüber hinaus erwartet der Vorstand, dass sich die Working-Capital-Quote (gibt Auskunft über die Finanzierung eines Konzerns) im 2. Halbjahr v. a. durch Anzahlungen auf neue Aufträge auf 5 – 7% reduziert und somit im angestrebten Zielkorridor liegen wird.

Im 1. Halbjahr lag die Quote bei 10%.

Dazu Nordex-Chef José Luis Blanco:

„Unser Fokus ist es jetzt, die Projekte an Bord zu holen, bei denen wir kurz vor der Ziellinie stehen. Und wir begegnen den Veränderungen im Geschäfts-Volumen mit einer verstärkten Disziplin bei den Kosten, um unsere Profitabilität zu stützen.“

Dabei soll nun auch der bereits angesprochene Stellen-Abbau helfen.

Nordex will bis 2018 rund 45 Mio. € einsparen

Neben der Senkung des Personal-Aufwands (Streichung von 400 – 500 Arbeitsplätzen) will Nordex bei den Material-Kosten und den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sparen.

Insgesamt sollen bis 2018 rund 45 Mio. € eingespart werden. Davon entfallen 21 Mio. € auf Material-Kosten und sonstige betriebliche Aufwendungen sowie 24 Mio. € auf Personal-Kosten.

Allerdings wird der Personal-Abbau zunächst Kosten im niedrigen 2-stelligen Millionenbereich verursachen.

Fazit

Meiner Ansicht nach bietet sich ein Einstieg bei Nordex derzeit nur für sehr spekulativ orientierte Anleger an.

Denn ein erneuter Turnaround im operativen Geschäft ist hier aktuell noch nicht in Sicht. Konservative Anleger sollten daher derzeit einen Bogen um die Nordex-Aktie machen.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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