Nordex wie entfesselt: Will mit neuem Tochterunternehmen durchstarten

An der Börse wird auf die Zukunft gewettet. Einer der deutlichsten Zukunftstrends in Deutschland, aber auch im Ausland, ist die Energiewende. Nicht überall geht der Umstieg auf die Erneuerbaren gleich mit einem Komplettausstieg aus der Atomkraft einher wie hierzulande, doch Windräder und Solaranlagen sind auch andernorts auf dem Vormarsch.

Davon profitiert die Branche der Hersteller solcher Anlagen – durch volle Auftragsbücher einerseits und steigende Aktienkurse andererseits. Ein glänzendes Beispiel hierfür lässt sich im Norden des Landes finden, genauer gesagt in Hamburg, wo der ursprünglich dänische Windkraftkonzern Nordex sich niedergelassen hat.

Insgesamt unterhält Nordex weltweit mehr als 20 Standorte und beschäftigt rund 3.000 Mitarbeiter. Der Exportanteil liegt bei satten 70 Prozent und unterstreicht die globale Bedeutung der Technologie.

Rekordbilanz und starker Ausblick

Nordex agiert dabei als Allround-Partner bei der Realisierung von Windpark-Projekten. Abgesehen vom Planungs- und Produktionsprozess bieten die Hamburger auch längerfristige Wartungsverträge an – wodurch auch nach Abschluss eines Bauprojekts weiterhin kontinuierlich Geld in die Kassen des Unternehmens gespült wird.

Wie sehr sich das Geschäft lohnt, wird beim Blick auf die Jahresbilanz deutlich. Hier übertraf Nordex alle Prognosen mit einem Umsatzzuwachs von 40 Prozent auf gut 2,4 Milliarden Euro. Das Ebit stieg um 60 Prozent auf 126 Millionen Euro. Das Auftragsvolumen für 2016 beläuft sich auf 1,7 Milliarden Euro und somit ebenfalls klar über dem Vorjahreswert von 1,5 Milliarden Euro.

Acciona-Übernahme verschiebt Machtgefüge

Auch strukturell wird 2016 ein aufregendes Jahr, denn es steht eine größere Übernahme an. Nordex wird die Windkraftsparte des spanischen Konkurrenten Acciona übernehmen und damit weltweit zur Nummer 5 der Branche aufsteigen.

Der Kaufpreis beläuft sich auf 785 Millionen Euro – Acciona wird durch den Deal zum Großaktionär bei Nordex. Die Spanier werden künftig 29,9 Prozent der Anteile halten. Wie die Börse auf die Verschiebung des Machtgefüges reagieren wird, bleibt abzuwarten.

In den letzten drei Jahren hat das Papier den Turbo eingelegt und seinen Wert mehr als vervierfacht. War die Nordex-Aktie 2013 noch für schlappe 5 Euro zu haben, kostete sie zuletzt rund 24 Euro. Und das ist, wohlgemerkt, der Stand nach einem Kursknick.

2016-04-01 Nordex

Analysten zuversichtlich

Wie die meisten größeren Aktien gab auch das im TecDax gelistete Nordex-Papier zu Jahresbeginn deutlich nach und fiel von rund 33 Euro zurück auf zeitweise knapp 23 Euro. Doch trotz des Kurseinbruchs besteht aus Sicht der meisten Analysten perspektivisch Aufholpotenzial.

Die Kurszielspanne reicht bei den zurückhaltenden Studien von 24 (HSBC) bis 35 Euro (Warburg Research), bei jenen mit Kaufempfehlung von 32 (Barclays, NordLB) bis 42 Euro (Goldman Sachs). Im Schnitt wird das Kursziel auf etwa 30 Euro beziffert, was im Vergleich zum aktuellen Kurs ein Plus von immerhin rund 25 Prozent bedeuten würde.

4. April 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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