Norma Group: Coronakrise drückt auf das Geschäft

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Norma Group kann mit seinem Quartalsbericht nicht überzeugen. Die Coronakrise führt zu deutlichen Umsatzeinbußen. (Foto: Norma Group)

Die Quartalsberichtssaison nimmt langsam Fahrt auf. Auch aus Deutschland gibt es erste Quartalsberichte, wenn auch z.T. von Unternehmen, die nicht im Fokus stehen. Der Verbindungstechnik-Konzern Norma Group ließ am gestrigen Tag die Anleger nicht nur in die Bücher blicken – es gab sogar einen Ausblick auf das Gesamtgeschäftsjahr. Dabei wird deutlich, dass Corona auch die kommenden Monate das Wachstum deutlich beeinflussen wird.

Unternehmensportrait

Die im SDAX gelistete und im hessischen Mainau beheimatete Norma Group SE ist ein Hersteller von technischen Lösungen im Bereich der Verbindungstechnik. Das Unternehmen konzentriert sich dabei mit rund 8.500 Beschäftigten auf drei Produktkategorien: Klemmen, Verbinden und Fluid.

Deutlicher Umsatzrückgang

Im abgelaufenen Quartal schlug der Virus mit voller Breitseite zu: So gab es im 3. Quartal einen Umsatzrückgang von 10,2% auf 245,9 Mio. Euro. Dabei lag der organische Rückgang allein bei 7,5%, während Währungseffekte zusätzlich für einen negativen Einfluss in Höhe von 2,7% beitrugen.

Beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) gab es sogar ein noch deutlicheres Minus. Diese Kennziffer fiel um rund ein Viertel auf 28,7 Mio. Euro, dabei belasteten auch Kosten für das laufende Umbauprogramm zusätzlich – hierfür wurden Aufwendungen in Höhe von rund 1,5 Mio. Euro getätigt, die im Rahmen des im November 2019 veröffentlichten Transformationsprogramms „Get on Track“ anfielen. So kann es auch nicht verwundern, dass die entsprechende Marge auf 11,7% zurückging. Im Jahr zuvor betrug diese noch 14,1%.

Verhaltener Jahresausblick

Im Gesamtjahr 2020 wird ein organischer Umsatzrückgang von rund 16% im Vergleich zum Vorjahr erwartet. Die bereinigte Marge des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) dürfte die 5% leicht überschreiten, liegt aber dennoch deutlich unter dem Vorjahresniveau als dieser Wert noch bei 13,2% lag. Insgesamt können diese Aussichten als eher verhalten bezeichnet werden.

Die Konzernspitze betonte anlässlich des Ausblicks jedoch, dass dieser nur dann gehalten werden kann, wenn es im weiteren Verlauf der Corona-Krise zu keinen weiteren erheblichen negativen Auswirkungen komme, die in den verbleibenden Monaten des Geschäftsjahres zu einer erneuten Abschwächung der Weltwirtschaft führen könnten.

Investment drängt sich nicht auf

Insgesamt sorgte der Quartalsbericht samt Ausblick nicht für Jubelstimmung an den Märkten. Dabei hat die Aktie seit Beginn des Jahres ohnehin schon fast ein Viertel an Wert verloren. Mit einem zu erwartenden Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 17 im kommenden Jahr ist die Aktie recht günstig bewertet, allerdings rechtfertigen die Corona-Unsicherheiten auch einen gewissen Risikoabschlag. Ein Investment drängt sich daher nicht unbedingt auf. Es gibt sicherlich Aktien mit einem besseren Chance/Risiko-Verhältnis.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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