Norma Group: Solide Zahlen und neue Übernahme

Die mittelständische Norma Group, ein Spezialist für Verbindungs-Technik, hat vor wenigen Tagen die Geschäftszahlen für das Jahr 2016 veröffentlicht.

Außerdem hat der Konzern heute bekanntgegeben, dass man die Mehrheit an einem chinesischen Unternehmen erworben hat, das in der selben Branche wie Norma tätig ist.

In den vergangenen Monaten und Jahren wurde ständig darüber berichtet, dass chinesische Firmen und Investoren deutsche Betriebe kaufen wollen oder bereits gekauft haben.

Andersherum ist ein solcher Vorgang dagegen hierzulande kaum eine Meldung wert – und das, obwohl mehr Übernahmen in China durch deutsche Investoren erfolgen als andersherum.

Es lässt sich aber offensichtlich besser verkaufen, wenn davon berichtet wird, dass chinesische Investoren „unsere“ Mittelständler und „unsere“ Technologie kaufen.

Nun aber zurück zum eigentlichen Thema:

Bevor ich gleich im Detail über die heute bekannt gewordene Übernahme durch Norma berichte, möchte ich noch kurz auf die aktuellen Zahlen eingehen.

Die aktuellen Zahlen der Norma Group im Überblick

Norma hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 894,9 Mio. € erzielt, was einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahr von 0,6% entspricht.

Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) kam um 0,8% auf 157 Mio. € voran. Die EBITA-Marge befand sich mit 17,6% auf nachhaltig hohem Niveau.

Der Gewinn je Aktie hat sich auf 2,96 € verbessert und die Dividende soll bei 0,95 € je Aktie liegen.

Das bedeutet auf Basis des aktuellen Kurses der Norma-Aktie eine Dividendenrendite von rund 2,2%.

Norma-Chef Werner Deggim kommentierte das Zahlenwerk für 2016 wie folgt:

„Angesichts des schwierigen Marktumfelds sind wir mit dem leichten Umsatz-Wachstum im Jahr 2016 zufrieden.

Die starken Einbußen im US-amerikanischen Markt für Nutzfahrzeuge und landwirtschaftliche Maschinen konnten durch gute Geschäfte in anderen Bereichen und Regionen gut aufgefangen werden.“

Für das laufende Jahr rechnet der Vorstand der Norma Group mit einem organischen Umsatz-Wachstum (also ohne Übernahmen) in einer Größenordnung von 1 – 3%.

Die EBITA-Marge soll auf dem guten Niveau der Vorjahre (bei über 17%) bleiben.

Norma tätigt Übernahme in China

Heute veröffentlichte Norma eine Meldung, aus der hervorgeht, dass das Unternehmen einen Kaufvertrag zur Übernahme von 80% der Anteile an Fengfan Fastener (Shaoxing) Co., Ltd. („Fengfan“) mit Sitz in Shaoxing City, China, unterzeichnet hat.

Die Details der Vereinbarung sind vertraulich und werden nicht veröffentlicht, hieß es weiterhin.

Der Abschluss der Transaktion wird vorbehaltlich der Freigabe durch die zuständigen Behörden voraussichtlich für das 2. Quartal des laufenden Jahres erwartet.

Fengfan wurde 1988 gegründet und stellt Verbindungs-Produkte aus Edelstahl, Nylon und Spezialstoffen her.

Das Portfolio umfasst beispielsweise Kabelbinder, Befestigungs-Elemente und speziell beschichtete, feuerfeste Textilien.

Fengfan beschäftigt derzeit rund 190 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr einen vorläufigen Umsatz von rund 15 Mio. €.

Der Konzern beliefert u. a. Kunden aus der Schiffbau- und Schwerindustrie sowie Hersteller von Transport-Fahrzeugen.

Die Produkte werden im chinesischen Heimatmarkt vertrieben und in andere Länder exportiert.

„Mit der Akquisition von Fengfan erweitern wir unser Produkt-Portfolio und bauen unsere Position im chinesischen Markt aus“, sagt Norma-Chef Werner Deggim.

„Damit wirken wir auf unser langfristiges Ziel der weiteren geografischen, produkt- und branchenbezogenen Diversifizierung unseres Geschäfts hin.“

Fazit

Nach meiner Einschätzung wird die Norma-Aktie durch diese Übernahme noch ein Stück weit attraktiver.

Sie bleibt damit einen Blick wert, wenn Sie auf der Suche nach einem deutschen Mittelständler mit solidem Wachstum und steigenden Dividenden sind.

28. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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