Norma Group: Verbindungstechnikspezialist kappt die Prognose – wie es jetzt weitergeht

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Norma Group: Kursrutsch nach Prognosesenkung nur von kurzer Dauer. Verbindungstechnikspezialist will sich auf Boom-Märkte fokussieren (Foto: Birgit Reitz Hofmann / shutterstock.com)

Der Zulieferer Norma Group gerät immer stärker in den Sog schwacher Geschäfte in der Autoindustrie. Erneut muss das Unternehmen seine Prognosen für das laufende Jahr zusammenstreichen. Erstaunlicherweise reagiert die Aktie auf die wiederholte Kappung der Unternehmensziele kaum und konnte sich zum Wochenschluss sogar fast wieder in positives Terrain retten.

Norma Group – ein Portrait

Bevor ich auf die jüngste Prognosesenkung im Detail eingehe, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell der Maintaler Firma erst einmal vorstellen: Die Norma Group ist ein internationaler Markt- und Technologieführer für hochentwickelte und standardisierte Verbindungstechnologie (Verbindungs-, Befestigungs-, und Fluid-Handling-Technologie). Mit 30 Produktionsstandorten und zahlreichen Vertriebsniederlassungen verfügt die Firma über ein globales Netzwerk, über das mehr als 10.000 Kunden in über 100 Ländern beliefert werden.

Zu den Kernprodukten zählen Befestigungsschellen, Verbindungselemente sowie Fluidsysteme (Clamp, Connect und Fluid). Dabei wird die gesamte Produktionskette vom Rohmaterial über die Halbteilefertigung bis hin zur Fertigung der Endprodukte abgedeckt. Zudem setzt die Gruppe neben den klassischen Maschinen und Anlagen auch im eigenen Haus entwickelte und gebaute Werkzeuge und Maschinen ein. Abnehmersind vor allem die Bereiche landwirtschaftliche Maschinen, Luftfahrt, Nutzfahrzeuge, Baumaschinen, Motoren, Infrastruktur/Bauindustrie/Wassermanagement, Personenkraftwagen, Schienenfahrzeuge, Haushaltsgeräte, Großhandel sowie technischer Vertrieb.

In 2018 erzielte der Konzern bei einem Jahresumsatz von 1,08 Milliarden Euro einen Nettogewinn in Höhe von 92 Millionen Euro. Das entspricht einer Gewinnspanne von 8,47%.

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MDax: Norma mit erfolgreichem 1. HalbjahrLesen Sie hier, wie der im MDax notierte Verbindungs-Technik-Spezialist Norma im 1. Halbjahr 2017 abgeschnitten hat und wie es weitergeht. › mehr lesen

Zulieferer muss kräftig auf die Bremse treten

Doch nach stetigen Zuwachsraten in den vergangenen Jahren hat der Finanzchef Michael Schneider jetzt die Erwartungen nochmals gedämpft. Statt wie bislang einer Nullrunde beim Umsatzwachstum rechnet Schneider nun mit einem Rückgang um 2 bis 4%. Als Grund führt der Manager einen starken Einbruch des US-Geschäfts unter anderem wegen der Streiks bei großen Kunden im Pkw- und Lkw-Geschäft an. Darüber hinaus hinkt auch die Entwicklung in Europa und Asien hinter den konzerneigenen Erwartungen hinterher.

Operatives Margenziel bleibt weiter bestehen

An der im Sommer kommunizierten Prognose für die operative Gewinnspanne (EBITA) hält der Konzern aber weiter fest. Auf Jahresbasis will die Norma Group auf bereinigtem Niveau über 13% erreichen. Für Sie zum Vergleich: Im dritten Quartal erreichte die Gesellschaft noch 14,1% nach 16% im vergleichbaren Vorjahresniveau.

Sparmaßnahmen werden verstärkt

Unterdessen wollen die Maintaler ihre Sparanstrengungen verschärfen und das Portfolio fit machen für die Zukunft. Das bedeutet, dass sich die Norma Group verstärkt auf Trendthemen wie Wasser und E-Mobilität fokussieren möchte. Ob damit die Rückkehr auf den Wachstumspfad gelingt, wird sich erst noch zeigen müssen. Zuvor war der Konzern über 10 Jahre mit durchschnittlich 10% pro Jahr gewachsen. Zugleich hat sich der Konzern durch zahlreiche Zukäufe vergrößert.

Analysten erwarten Übergangsjahr

Ein Blick auf die Analystenschätzungen macht deutlich, dass die Experten nur von einer vorrübergehenden Schwäche ausgehen. Nach einem Gewinnrückgang im laufenden Geschäftsjahr implizieren die Konsensschätzungen wieder zweistellige Wachstumsraten im nächsten Jahr. Auf Basis der Erwartungen von 3,11 Euro Gewinn je Aktie wird der Konzern mit dem 10-Fachen der erwarteten Profite an der Börse bewertet. Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage könnten sich diese Schätzungen aber als deutlich zu positiv entpuppen.


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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