Notenbank-Legende Alan Greenspan warnt vor zwei Blasen

Es kommt nicht oft vor, dass sich ehemalige Notenbank-Chefs zur Lage an den Märkten äußern. Die aktuellen Anmerkungen von Alan Greenspan haben es allerdings in sich. (Foto: Venturelli Luca / shutterstock.com)

Erinnern Sie sich noch an das „geflügelte Wort“ des „Magiers der Märkte“? Die älteren unter den Lesern werden sich sicher noch an die Wortschöpfung „irrationaler Überschwang“ von Alan Greenspan erinnern. Das war just zum Höhepunkt der Internetblase Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

Greenspan warnt vor Blasen

Herr Greenspan war ja vom August 1987 bis Januar 2006 Vorsitzender der US-Notenbank. Seit dem Jahr 2008 berät er im Hintergrund den Hedge-Fonds des Starinvestors John Paulson. Und just jetzt ist es Greenspan höchstpersönlich, der einen Blasenalarm ausrief. In einem Interview mit dem Finanzsender Bloomberg brachte der einst mächtigste Notenbanker es auf den Punkt:

„Es gibt zwei Blasen. Wir haben eine Aktienmarkt- und Rentenmarktblase.“

Das sollte einen schon hellhörig stimmen, wenn niemand anders als der Magier der Märkte, Alan Greenspan, gleich vor zwei Blasen warnt. Bisher hat er sich ja immer nur relativ skeptisch zur Entwicklung am Bondmarkt geäußert. Erstaunlich ist da schon, dass er nach dem fulminanten Anstieg seit der Trump-Wahl nun auch den US-Aktienmarkt in einer Blase sieht.

Ja, liebe Leser, zweifelsohne ist der US-Aktienmarkt seit der Wahl von Donald Trump zum 51. Präsidenten um fast 50 Prozent gestiegen. Das ist schon extrem gewesen. Interessant ist, dass Herr Trump im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos den Anstieg als seinen Erfolg feierte.

Im Gespräch mit dem Chef des Weltwirtschaftsforums, Dr. Schwab, sagte der US-Präsident, dass es ihm zu verdanken sei, dass der US-Aktienmarkt seit dem Herbst 2016 so haussiert. Er merkte in dem Kontext weiter an, dass die US-Indizes um fünfzig Prozent gefallen wären, wenn nicht er, sondern Hillary Clinton zur US-Präsidentin gewählt worden wäre.

Zweifelsohne ist der Begriff „irrationaler Überschwang“ auch jetzt auf die aktuelle Lage am US-Aktienmarkt angebracht. Und schon jetzt zeichnet sich ab, dass etwas Luft aus der Blase entschwindet. In der vergangenen Handelswoche verbuchten sowohl der Dow Jones wie auch der S&P 500 den größten Verlust auf Wochenbasis seit dem Jahr 2016. Immerhin ging es bei den Indizes um die vier Prozent nach unten.

Erwähnenswert ist da auch, dass der Dow Jones allein am Freitag mit einem Tagesminus von 666 Zählern bzw. 2,5 Prozent ins Wochenende ging. Gestern folgte dann mit über 1.400 Punkten der größte Tagesverlust aller Zeiten – gemessen an den Punkten. Aber, bis jetzt ist noch nicht wirklich viel passiert. Es ist noch reichlich Luft in der Blase!

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.