Novartis-Aktie: Sonderverkäufe stützen mageres Quartals-Ergebnis

Der Schweizer Pharma-Riese Novartis hat durchwachsene Zahlen präsentiert, die von erfreulichen Details gespickt waren und daher an der Börse durchaus auf Gegenliebe stießen.

Währungs-Effekte herausgerechnet gingen die Umsätze im abgelaufenen 2. Quartal im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum um 2% zurück auf 12,2 Mrd. Dollar.

Die Gewinn-Bilanz kann sich jedoch sehen lassen:

Aufgrund einmaliger Effekte durch den Verkauf einiger Unternehmens-Bereiche konnten die Schweizer unterm Strich einen Gewinn von 1,98 Mrd. Dollar einfahren.

Das entspricht einem Plus von 10% gegenüber dem Vorjahr. Operativ ging der Gewinn allerdings um 3% zurück auf 3,2 Mrd. Dollar.

Jahres-Prognose bestätigt

Erleichtert reagierten Anleger darauf, dass die Prognose für das Gesamtjahr nach Ablaufen der 1. Jahreshälfte bekräftigt wurde.

Novartis rechnet demnach mit Ergebnissen auf dem Niveau des Vorjahres, lediglich minimale Rückgänge im niedrigen 1-stelligen Prozentbereich sind demnach zu erwarten.

Das kommt v. a. deshalb gut an, weil sich der Pharma-Konzern gerade in einer schwierigen Phase befindet.

Das Unternehmen wird umstrukturiert, mehrere Firmenteile wurden bereits ausgegliedert oder verkauft.

Was mit der Augenheil-Sparte Alcon passieren soll, wird zum Jahresende hin entschieden.

Der Bereich galt über lange Zeit als Sorgenkind, hat sich zuletzt nach einigen Umbaumaßnahmen jedoch gefangen.

Im vergangenen Quartal steuerte Alcon rund 3% zum Wachstum bei und soll auch im Gesamtjahr zulegen.

Glivec-Patent ausgelaufen

Mit Schwierigkeiten kämpfte Novartis zuletzt wegen des Auslaufens von Patenten für wichtige Medikamente und dementsprechend zunehmende Konkurrenz durch Generika.

Das Phänomen ist typisch für die Branche:

Werden erfolgreiche Blockbuster-Medikamente entwickelt, gelten diese für den jeweiligen Konzern zunächst als Goldesel und spülen hohe Gewinne in die Kassen.

Allerdings ist der Patentschutz zeitlich begrenzt, danach dürfen Konkurrenten Nachahmer-Medikamente platzieren, was i. d. R. neben stärkerer Konkurrenz zu deutlich nachlassenden Preisen führt.

Man verliert also nicht nur Marktanteile in dem Segment, sondern bekommt auch schmalere Margen zu spüren.

Dementsprechend durchlaufen Pharma-Konzerne i. d. R. stärkere und schwächere Phasen.

Dabei ist Novartis allerdings gut aufgestellt und kann den erwartbaren Einbruch im Geschäft mit seinem wichtigen Krebsmittel Glivec mit anderen Medikamenten abfedern.

Hierfür waren jedoch zunächst Investitionen notwendig, die nun die Bilanz schmälern.

Novartis-Aktie: Analysten zuversichtlich

Alles in allem erweist sich das Jahr 2017 für Novartis als Übergangsjahr. Ab 2018 sollen dann die Früchte der Anstrengungen geerntet werden können und die Zahlen wieder ansteigen.

Die Novartis-Aktie tut sich unterdessen recht schwer, aus ihrer langen Schwäche-Phase herauszufinden:

Kostete das Papier vor 2 Jahren noch mehr als 95 €, notiert es nun schon seit längerem eher im Bereich um die 70 €.

Ein Ausbruch nach oben, als die Aktie Ende Juni mehr als 77 € erreichte, war nur von kurzer Dauer.

Analysten sehen Novartis jedoch mehrheitlich auf einem guten Weg und raten zu etwa gleichen Teilen, die Aktie zu halten oder aufzustocken.

2017-08-18 Novartis

19. August 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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