Novartis Aktie: Da ist doch was im Busch

Mit dem Pharmasektor ist das so eine Sache. Die Entwicklung von Medikamenten verschlingt hohe Investitionen, die Zulassungshürden sind hoch, die Testphasen langwierig und nicht immer kommt es tatsächlich zur Marktreife.

Etliche Wirkstoffe und Produkte, in deren Erforschung und Entwicklung immens viel Energie, Zeit und Geld investiert werden, verschwinden wieder in der Versenkung.

Doch gelingt der Durchbruch mit einem neuartigen Medikament, das bessere Wirkung, weniger Nebenwirkung oder neuartige Therapieformen ermöglicht, sprudeln satte Gewinne und machen die hohen Investitionskosten oftmals mehr als wett.

Novartis kämpft mit Rückschlägen

Wer also hat solche Goldesel in der Pipeline? Nicht wenige denken hier an Novartis. Der Schweizer Pharmakonzern gilt mit einem Marktanteil von weltweit knapp 5,7 Prozent als Marktführer. Das bereits bestehende Portfolio des Unternehmens umfasst mehr als 50 Medikamente, in der Pipeline finden sich weitere 200.

Doch es hakt seit einiger Zeit. Rückschläge in der Entwicklungsabteilung, speziell bei dem von Analysten vielbeschworenen Herzmedikament Entresto, sowie in der Konzernsaprte  Alcon, die sich mit Augenheilkunde befasst, haben auch dem Aktienkurs in den vergangenen Monaten gewaltig zugesetzt.

Aktie im Tiefflug

Seit Sommer 2015 hat das Papier rund 30 Prozent seines Werts eingebüßt und kostete zuletzt knapp 68 Euro oder 69,50 Schweizer Franken. Ist das nun ein Alarmsignal und ein Zeichen dafür, dass der jahrelange Aufstieg vorbei ist? Oder eher eine günstige Einstiegsgelegenheit für Schnäppchenjäger?

Analysten sind in dieser Frage geteilter Meinung. Die meisten raten zum Abwarten, die Kursziele aktueller Studien bewegen sich zwischen 72 (UBS) und 79 Schweizer Franken (Citigroup). Die Berenberg Bank empfiehlt demgegenüber die Novartis Aktie zum Kauf und setzt das Kursziel bei 85 Schweizer Franken an.

2016-04-14 Novartis

Vor allem für langfristig orientierte Anleger bietet das Papier Potenzial. Verbessern sich die Nachrichten aus der Entwicklungsabteilung demnächst, dürfte auch der Aktienkurs wieder anziehen. Zudem winkt eine attraktive Dividende, die seit der Unternehmensgründung 1996 kontinuierlich angehoben wurde und für das abgelaufene Geschäftsjahr 2,46 Euro betragen soll. Die Dividendenrendite liegt damit bei etwa 4 Prozent.

Kurzfristig drohen jedoch weitere Rückschläge, auch mit Blick auf Umsatz und Gewinn. Hier prognostiziert Novartis für das laufende Geschäftsjahr Stagnation auf dem Niveau des Vorjahres. Der Patentschutz für ein wichtiges Krebsmedikament ist in den USA bereits im Februar abgelaufen, in Europa wird es Ende des Jahres soweit sein. Die Einnahmen werden dann dramatisch einbrechen – höchste Zeit also, dass ein neuer Geldbringer auf den Markt kommt.

Eine positive Entwicklung zeichnet sich demgegenüber in der Generikasparte ab. Die sorgt zwar einerseits für lästige Konkurrenz, andererseits ist Novartis hier auch selbst aktiv mit der Tochter Sandoz. Der Generikamarkt ist allein im vergangenen Jahr um fast ein Viertel gewachsen und damit das am schnellsten wachsende Segment in der Pharmabranche.

15. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt