Novartis-Aktie: Durchbruch in der Krebs-Therapie

Novartis: Dem Schweizer Konzern gelingt ein Meilenstein in der Krebs-Therapie. Die Aktie kann davon bisher aber nur begrenzt profitieren. (Foto: Denis Linine / Shutterstock.com)

Es hatte sich bereits abgezeichnet, seit Ende August ist es nun Realität:

Der Schweizer Pharma-Konzern Novartis hat einen wesentlichen Durchbruch in der Krebs-Therapie erzielt: In den USA wurde ein Medikament aus dem Hause Novartis zugelassen.

Mit diesem soll B-Zell-akute lymphatische Leukämie (ALL) bei Kindern und jungen Erwachsenen bis zum Alter von 25 Jahren behandelt werden – und zwar mittels Gentherapie.

Hierfür werden den Patienten Zellen entnommen, diese werden „umprogrammiert“ und dann wieder injiziert.

Die so veränderten, körpereigenen Zellen sollen dann die Krebszellen angreifen und zerstören.

Innovativer Therapie-Ansatz

Es ist eine völlig neue Behandlungs-Methode, die perspektivisch den gesamten Bereich der Krebs-Therapie revolutionieren könnte.

Jahrelang hatte Novartis daran geforscht. Patienten setzen große Hoffnung auf den neuen Ansatz.

Das Verfahren ist allerdings denkbar aufwendig und erfordert speziell ausgebildetes Personal.

Die Therapie wird in entsprechend zertifizierten Behandlungs-Zentren durchgeführt. Bislang gibt es 20 davon, schon bald soll die Zahl auf 32 ansteigen.

Nimmt man die Entwicklungs-Dauer, den Behandlungs-Aufwand sowie den Therapienutzen zusammen, erklären sich auch die 475.000 Dollar, die eine Komplett-Behandlung kosten soll.

Das ist eine Menge Geld – gerade in einem Land wie den USA, wo etliche Patienten nicht über eine Krankenversicherung verfügen.

Um auch ihnen einen Zugang zur Zelltherapie zu ermöglichen, sollen spezielle Programme aufgelegt werden.

Zudem soll die Behandlung kostenfrei für die Patienten bleiben, wenn sich im 1. Monat keine Wirkung zeigt.

Wie bei jeder bisherigen Behandlungs-Möglichkeit von Krebs-Erkrankungen sind jedoch auch hier die Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen.

Die Anzahl von Patienten, die pro Jahr überhaupt für die Therapie infrage kommen, schätzt Novartis selbst auf etwa 600.

Novartis-Aktie profitiert nur begrenzt

Nichtsdestotrotz: Anleger feierten den Erfolg der Erstzulassung und hievten die Novartis-Aktie in der Folge wieder über die Marke von 80 Schweizer Franken.

Mit rund 81 Franken notierte sie zuletzt knapp 3,50 Franken unter ihrem bisherigen Jahreshoch, das Ende Juni markiert worden war.

Da die Zulassung bereits erwartet worden war, war sie im Kurs schon weitgehend eingepreist.

Das kurzfristige Aufwärts-Potenzial im Kontext der Zulassung selbst fiel dementsprechend eher begrenzt aus.

Ausblick

Doch wie geht es weiter mit der Novartis-Aktie? Die Einschätzungen der Analysten gehen hier auseinander.

So gibt es eine ganze Reihe namhafter Institutionen, die die aktuelle Notierung von um die 80 Franken für gerechtfertigt halten und empfehlen, die Aktie zu halten:

  • Darunter sind Studien von UBS (Kursziel: 78 Franken),
  • Goldman Sachs (80 Franken)
  • oder auch der Deutschen Bank (81 Franken).
  • Das höchste Kursziel bei neutraler Empfehlung setzt die Berenberg Bank mit 85 Franken an.

Auf der anderen Seite gibt es auch etliche Kaufempfehlungen.

Diese halten einen Anstieg auf 90 Franken (Baader Bank, HSBC) und mehr (Société Générale: 91 Franken, Bernstein Research: 95 Franken) für wahrscheinlich.

Das höchste Kursziel setzte Jefferies & Company Ende Juli mit 97 Franken nebst Kaufempfehlung an.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.