Novartis gelingt endlich Durchbruch in der Zellforschung

Eine neuartige Zelltherapie lässt Leukämie-Patienten hoffen. Die Novartis-Aktie steigt jedoch auch aus anderen Gründen. Hier mehr dazu: (Foto: Denis Linine / Shutterstock.com)

Aufatmen bei Novartis: Die schwächelnde Sparte für Augen-Heilkunde, Alcon, konnte sich zuletzt etwas erholen.

Ein Wachstumskurs war zunächst fraglich.

Augen-Heilkunde-Sparte Alcon mit leichtem Zuwachs

Doch nun sehen sich die Schweizer auf einem guten Weg, mit der Sparte im Gesamtjahr zumindest einen Zuwachs im niedrigen 1-stelligen Prozentbereich erreichen zu können.

Die Kosten, die Novartis in den Bereich steckt, um ihn auf Vordermann zu bringen, sowie wegbrechende Einnahmen aus dem Geschäft mit dem Blutkrebs-Medikament Glivec, für das Patente ausgelaufen waren und für das es nun stärkere Konkurrenz durch günstige Nachahmer-Produkte gibt, schlagen sich in der Bilanz für das 2. Quartal nieder.

Konzernweit ging der bereinigte Gewinn in Q2 um 2% zurück auf 2,9 Mrd. Dollar.

Da das Ergebnis damit immer noch etwas besser ausfiel als von Analysten erwartet, reagierten Anleger erleichtert auf die Nachrichten und kauften die Aktie zu.

Zukunft von Alcon ungewiss

Bis zum Jahresende will man in der Konzernführung nun entscheiden, wie es weitergehen soll mit Alcon.

Zur Diskussion stehen verschiedene Optionen: So könnte man die Sparte behalten, weiter aufpäppeln und auf bessere Zeiten hoffen.

Eine Alternative wären eine Auslagerung an die Börse oder ein Verkauf an einen anderen Konzern.

Durch die zuletzt bessere Entwicklung steigen die Chancen für einen Börsengang, final entschieden ist da jedoch noch nichts.

Seine Jahres-Prognose hat Novartis unterdessen bestätigt:

Demnach ist im schlechtesten Fall ein operatives Kernergebnis im niedrigen 1-stelligen Prozentbereich zu erwarten, es könnte aber auch das Vorjahres-Niveau erreicht werden.

Gute Nachrichten gab es auch mit Blick auf die Pipeline:

Ein neuartiges Medikament zur Behandlung einer bestimmten Form von Leukämie hat die Testphasen erfolgreich durchlaufen und steht in den USA vor der Zulassung.

Novartis-Aktie fängt sich

Mit der sehr aufwendigen Zelltherapie gibt es Heilungs-Chancen für bestimmte Patienten:

und zwar für jene, bei denen andere Behandlungs-Methoden bis hin zur klassischen Chemotherapie bereits versagt haben und deren Fälle bislang als relativ aussichtslos galten.

Das Prozedere dürfte recht kostspielig werden; Novartis könnte Analysten zufolge bis 2021 jährliche Einnahmen von etwa 850 Mio. Dollar allein am US-Markt erzielen.

Die Novartis-Aktie hat sich nach einigem Hin und Her zuletzt erholt und notierte mit rund 73 € gut 11% fester als noch vor 6 Monaten.

Nach der überzeugenden Quartals-Bilanz, den Verbesserungen bei Alcon und dem Durchbruch in der Zelltherapie zeigten sich auch Analysten tendenziell zuversichtlich:

Mit 103 Schweizer Franken stammt das höchste aktuelle Kursziel von Jefferies & Company.

Auch Bernstein Research und Experten der Société Générale empfehlen das Papier zum Kauf und sehen Potenzial auf mehr als 90 Franken.

Die Mehrheit der Analysten zeigt sich jedoch zurückhaltender und rät, die Aktie lediglich zu halten.

Die Kursziele bewegen sich im Bereich um 80 Franken – und damit nah am aktuellen Kursniveau.

2017-07-22 Novartis

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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