Novartis meldet gute Zahlen – Warum die Aktie trotzdem fällt

Die Bilanz für das 3. Quartal fiel ordentlich aus, dennoch rutschte die Novartis-Aktie in dieser Woche deutlich ins Minus.

Das lag v. a. an den Ankündigungen des Vorstands mit Blick auf die Augenheil-Sparte Alcon, die schon seit längerem als Sorgenkind innerhalb des Pharma-Konzerns gilt.

Was passiert mit Alcon – und wann?

Seit Anfang 2017 wird offen darüber nachgedacht, Alcon loszuwerden.

Anstelle eines Verkaufs der Sparte scheinen die Entscheidungsträger bei Novartis nun jedoch eine andere Lösung zu präferieren:

einen separaten Börsengang, bei dem die Alcon Aktien auch an Novartis-Anleger verteilt werden. Diese jedoch sind alles andere als begeistert von den Plänen.

Zwar hat sich Alcon im 3. Quartal vergleichsweise gut geschlagen und besser abgeschnitten als zuvor, doch der Bereich schreibt nach wie vor rote Zahlen.

Eine stetige Verbesserung bei Margen und Umsätzen über einen längeren Zeitraum von mehreren Quartalen gilt demnach aus Sicht des Novartis-Vorstands als Voraussetzung für einen eigenständigen IPO der Tochter.

Dieser würde jedoch frühestens im Frühjahr 2019 stattfinden und somit noch ein ganzes Stück in der Zukunft liegen.

Bis dahin will Novartis an der schwächelnden Sparte festhalten. Auch das schmeckt Novartis Anlegern aber offenbar überhaupt nicht; sie schickten die Novartis-Aktie auf Talfahrt:

Zum 1. Mal seit 2 Monaten war das Papier am Mittwoch weniger als 70 € wert und notierte damit fast 10 € tiefer als noch im Juni, als das bisherige Jahreshoch bei knapp unter 78 € markiert werden konnte.

Novartis-Aktie auf Talfahrt

Analysten rätseln nun, ob der jüngste Kursknick eine gute Gelegenheit zum Einstieg bietet, oder erst den Anfang eines noch größeren Niedergangs markiert.

Rund 80 Schweizer Franken kostete die Aktie zuletzt.

Viele Experten halten sie auf dem Niveau für fair bewertet und sehen derzeit nur geringes Kurs-Potenzial, z. T. wird auch vor einer weiteren Kurskorrektur gewarnt.

Doch es gibt auch optimistische Stimmen, die dem Papier einen Anstieg auf 90 oder gar 100 Franken zutrauen.

Gestützt werden diese Einschätzungen nicht zuletzt auf die Quartals-Bilanz, die, wie eingangs erwähnt, gar nicht so schlecht ausgefallen ist.

Quartals-Zahlen eigentlich okay

Das bereinigte operative Kern-Ergebnis lag mit etwa 3,38 Mrd. Dollar in etwa auf Vorjahres-Niveau, konnte damit aber die Markterwartungen übertreffen.

Zudem hat Novartis seine Prognose für das Gesamtjahr bekräftigt und gilt unter Anlegern zudem als Dividenden-Perle.

Der Umsatz konnte im abgelaufenen Quartal um 2% gesteigert werden, das operative Ergebnis legte parallel um 4% zu und der Reingewinn schoss um satte 10% in die Höhe.

Betrachtet man diese Erfolgsmeldungen und führt sich dann den Einbruch der Aktie vor Augen, wird deutlich, wie sehr das Alcon-Problem Novartis aus Sicht der Anleger belastet.

2017-10-25 Novartis


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27. Oktober 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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