November 2020: Die 3 größten Investments von Top-Investor Bill Nygren

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Bill Nygren: Die 3 Top-Positionen der Investmentlegende Bill Nygren. Investor mit beeindruckender Überrendite seit mehr als 25 Jahren. Weiter starker Fokus auf Technologiewerten (Foto: Kaspars Grinvalds / shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen die drei größten Aktien-Positionen aus dem Portfolio des US-amerikanischen Top-Investors Bill Nygren vorstellen.

Bill Nygren wurde im Jahr 1959 geboren. In seiner High-School-Zeit wollte Nygren unbedingt Profi-Baseballspieler werden, hatte aber nicht das nötige Talent dazu. Nygren selbst nimmt den geplatzten Traum mit Humor und kann sogar einen Vorteil daraus ziehen. So meint er, dass gescheiterte Athleten aufgrund ihres ungestillten Hungers nach Erfolg oft gute Investoren abgeben.

Zumindest geben ihm seine bislang erzielten Ergebnisse in dieser Hinsicht Recht. In den vergangenen 25 Jahren erzielte Nygren für seine Investoren eine kumulierte Rendite von 1.213%. Das sind nicht weniger als 10,8% pro Jahr, womit er über einen beeindruckend langen Zeitraum den S&P 500-Index hinter sich lassen konnte.

Dabei setzt Nygren, der auf Grund seines mathematischen und statistischen Interesses auf Aktien aufmerksam wurde und bereits im Alter von 15 Jahren seine ersten Positionen einging, vor allem auf unterbewertete Aktien. Diese versucht er über klassische wertorientierte Kennzahlen zu identifizieren.

Einem einzigen Top-Investor blind zu folgen, ohne die genauen Hintergründe zu seinen Investments zu kennen, ist sicherlich nicht ratsam. Doch wenn Sie nach aussichtsreichen US-Aktien suchen, können die Aktien-Investments von Bill Nygren wertvolle Anregungen liefern.

Dies sind die drei derzeit größten Aktien-Positionen seines 11 Milliarden Dollar schweren Oakmark Fonds:

Alphabet

Größte Position mit einer Portfolio-Gewichtung von 4,1% ist die Aktie von Alphabet. Derzeit hält Nygren ein Aktienpaket im Wert von knapp 450 Millionen US-Dollar an dem Unternehmen.

Der kalifornische Konzern profitierte im dritten Quartal von boomenden Werbeeinnahmen und einem starken Cloud-Geschäft. Der Umsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahr auf 46,2 Millionen Dollar (+14%). Das Nettoergebnis schoss im Jahresvergleich sogar um fast 60% auf 11,2 Milliarden Dollar in die Höhe.

Das Anzeigengeschäft von Google – Alphabets Haupteinnahmequelle – spielte von Juli bis September 37,1 Milliarden Dollar ein  und trug damit den größten Anteil zum Umsatz bei. Gut lief es auch für die Video-Tochter Youtube und das Cloud-Geschäft mit IT-Diensten und Speicherplatz im Internet. Sogar die als “Other Bets” bilanzierten Wetten auf Zukunftstechnologien wie selbstfahrende Autos verbuchten einen beachtlichen Umsatzanstieg.

Facebook

Zweitgrößte Position ist die Aktie des sozialen Netzwerk-Riesen Facebook mit einer Gewichtung von 3,7% im Portfolio von Oakmark. Die Position hat einen Gegenwert von rund 400 Millionen US-Dollar. Damit hält Nygren etwa 0,06% aller ausstehenden Aktien des Technologiegiganten. Im Vergleich zum Vorquartal hat Nygren die Position trotz der hohen Kursgewinne (+16%) nur um 2,74% verringert. Die absolute Bedeutung der Aktie im gesamten Portfolio ist also gestiegen.

Facebook hat im dritten Quartal von einem starken Anzeigengeschäft profitiert. Der Umsatz kletterte um 22% auf 21,47 Milliarden Dollar in die Höhe. Die Analysten waren lediglich von 19,8 Milliarden Dollar ausgegangen. Gleichzeit erhöhte sich der Gewinn von 6,1 auf 7,85 Milliarden Dollar beziehungsweise 2,71 Dollar je Aktie. Auch damit wurden die Analystenerwartungen von 1,90 Dollar meilenweit übertroffen.

Netflix

Drittgrößte Aktienposition mit einer Portfolio-Gewichtung von 3,4% ist mit der Netflix-Aktie ein weiterer Technologiekonzern. Derzeit hält Nygren ein Aktienpaket im Wert von gut 370 Millionen US-Dollar an dem Unternehmen. Seine ersten Aktien des Konzerns kaufte Nygren bereits im dritten Quartal 2017. Auf seinen durchschnittlichen Einstiegskurs liegt Nygre inzwischen mehr als 100% im Plus.

Nach einem beeindruckenden Geschäftsverlauf zum Beginn der Corona-Krise hat sich zuletzt das Wachstum bei Netflix wieder etwas verlangsamt. Im dritten Quartal gingen bei dem Streaming-Anbieter Umsätze von 6,44 Milliarden Dollar durch die Bücher. Der Gewinn je Aktie lag mit 1,74 Dollar deutlich hinter den prognostizierten 2,21 Dollar. Und an neuen Abonnementen – der wohl wichtigsten Zahl – hat man lediglich 2,2 Millionen auf der Habenseite. Das Unternehmen selbst hatte vor einiger Zeit 2,5 Millionen Neu-Zugänge in Aussicht gestellt. Für das vierte Quartal prognostiziert Netflix sechs Millionen bezahlte Nettozugänge. Das liegt allerdings deutlich unter den 8,8 Millionen liegt, die man im vierten Quartal 2019 gewinnen konnte.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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