Novo Nordisk Aktie: Alles halb so schlimm?

Zugegeben: Novo Nordisk hat schon mal bessere Zeiten erlebt. Das dänische Pharmaunternehmen, das vor allem für seine Insulinprodukte weltweit bekannt und in diesem Segment führend ist, steckt in Wachstumsschwierigkeiten.

Nach den Zwischenbilanzen von 2016 hatten Beobachter sich bereits auf schwache Zahlen eingestellt. Unterm Strich konnten die Dänen ihren Nettogewinn aber letztendlich um 9 Prozent steigern – ein überraschend gutes Abschneiden.

Novo Nordisk Aktie: Es gibt Kaufempfehlungen

Insgesamt scheinen Analysten inzwischen wieder etwas milder gestimmt bei der Bewertung der Aktie. So wurden zuletzt vor allem die positiven Aspekte betont, die man Novo Nordisk trotz der Turbulenzen in jüngerer Vergangenheit abgewinnen konnte – und aufgrund derer nicht wenige auch einen Kursanstieg der Aktie erwarten.

Konkret empfahlen zuletzt Experten von UBS, Deutscher Bank und Goldman Sachs die Novo Nordisk Aktie zum Kauf. Die Kursziele bewegten sich dabei zwischen 320 und 350 Dänischen Kronen, was einem Aufwärtspotenzial um etwa 30 bis 40 Prozent entspricht.

Die einzige aktuelle Verkaufsempfehlung stammt von JP Morgan, die Experten dort verweisen auf die schwierige Wettbewerbssituation und rechnen mit einem Kursrückgang im niedrigen zweistelligen Bereich.

Solide Eigenkapitalquote

Es gibt jedoch auch Stimmen, die das aktuell vergleichsweise niedrige Kursniveau als günstige Gelegenheit zum Neueinstieg werten. Auf Jahressicht hat das Papier zwar rund 30 Prozent an Wert verloren, der freie Fall konnte aber Anfang Dezember abgebremst und in eine leichte Gegenbewegung umgemünzt werden. Seither besteht ein relativ stabiler Seitwärtstrend, in Euro notiert die Novo Nordisk Aktie seitdem in der Zone zwischen 30 und 35 Euro.

Ein Beleg dafür, dass das Unternehmen solide aufgestellt ist, besteht vor allem im Hinblick auf seine Eigenkapitalquote, die mit rund 50 Prozent recht hoch ist. Dies kann äußerst hilfreich sein, um schwierigere Phasen und Durststrecken besser wegzustecken.

Hinzu kommt ein Cash-Bestand von 3 Milliarden US-Dollar, der darauf spekulieren lässt, dass Novo Nordisk gezielte Zukäufe tätigen könnte, um fehlendes organisches Wachstum auszugleichen. Die Mittel jedenfalls wären vorhanden.

Diabetes auf dem Vormarsch

Doch auch die Flaute beim organischen Wachstum muss nicht von Dauer sein, ganz im Gegenteil. Trotz zunehmender Konkurrenz kann Novo Nordisk seine Marktführerschaft im Insulingeschäft behaupten, die Sparte ist die mit Abstand größte und wichtigste des Unternehmens.

Und die Zukunftsaussichten für dieses Geschäftsfeld sind durchaus rosig: Die Weltbevölkerung wird einerseits älter und andererseits dicker. Der westliche Lebensstil, der sich durch einen Mix aus zu wenig Bewegung und zu ungesunder, fett- und zuckerhaltiger Ernährung kennzeichnet, greift zunehmend auch in Schwellenländern um sich – und begünstigt die Ausweitung von Diabeteserkrankungen.

Eine flächendeckende Trendwende ist nicht in Sicht, sodass die Nachfrage nach Insulinprodukten wohl nicht nur stabil bleiben, sondern künftig eher noch ansteigen wird. Und in diesem Bereich kommt man an Novo Nordisk kaum vorbei.

2017-03-09 Novo

10. März 2017

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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