Novo Nordisk und Mylan bleiben auf Wachstumskurs

Novo Nordisk lag schon 2014 mit seinen Zahlen über unseren Erwartungen.

Im laufenden Jahr wird sich das Wachstum erheblich beschleunigen. Darauf deuten bereits die Zahlen für das 1. Quartal hin. Der Umsatz stieg um 23,9% und der Gewinn um mehr als die Hälfte. Das operative Ergebnis sprang sogar um 73% auf 13,9 Mrd dkr. Die Diabetes-Sparte wuchs um 24% auf 19,8 Mrd dkr.

Aber auch in den Bereichen Blutgerinnung und Wachstumshormone ging es kräftig nach oben. NovoSeven, NovoEight und Norditropin kamen auf einen Gesamtumsatz von 5,4 Mrd dkr. Das sind 23% mehr als im Vorjahr. Regional erzielte der Konzern in Nordamerika und China mit 34 und 31% die höchsten Wachstumsraten.

Angesichts der guten Performance neuer Produkte wie Tresiba hat das Management die Jahresziele deutlich höher gesteckt. Erwartet werden jetzt ein Umsatzwachstum von 23 bis 25% und eine Verbesserung des operativen Ergebnisses um 42%.

Unter Berücksichtigung eines Zinsergebnisses von minus 6 Mrd dkr und einer Steuerquote von 21% errechnet sich dann ein Nettogewinn von etwa 34 Mrd dkr. Novo Nordisk hat sich eine ausgezeichnete Position in einem Milliardenmarkt erobert.

Das Wachstumspotenzial ist gewaltig. Branchenexperten gehen davon aus, dass die Zahl der Diabetiker bis 2035 um 55% auf 600 Mio ansteigen wird. Das globale Marktvolumen soll sich sogar schon bis 2020 auf 63 Mrd $ mehr als verdoppeln.

Neben den hervorragenden operativen Aussichten spricht das laufende Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 15 Mrd dkr für eine Fortsetzung der Kursentwicklung.

Unternehmensporträt

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk ist der weltweit führende Hersteller von Insulin zur Diabetes-Behandlung und von Injektions-Systemen. Der globale Marktanteil bei Insulinpräparaten beträgt 32%. Weitere Kernbereiche sind Herstellung und Vertrieb von Wachstumshormonen, Oestrogen- und Gestagen-Präparaten sowie Gerinnungsfaktoren.

Mylan hatte einen soliden Jahresstart

Der Umsatz stieg um 9,1% und der bereinigte Gewinn um 15%. Der berichtete Gewinn hat sich aber mehr als halbiert, hauptsächlich aufgrund der Kosten für den Erwerb einiger Aktivitäten des Pharmakonzerns Abbott Labs. Für das Gesamtjahr hat Mylan einen Umsatz von 9,6 bis 10,1 Mrd $ und einen bereinigten Gewinn von 4,00 bis 4,30 $ in Aussicht gestellt.

Auch Generika-Hersteller spüren den Preisdruck, weil die Einkaufsmacht der Pharmagroßhändler immer stärker wird. Um gegenhalten zu können und um seine Produktpalette zu verbreitern, will Mylan den irischen Spezialisten für rezeptfreie Medikamente Perrigo für 34 Mrd $ übernehmen. Die Iren sind zwar grundsätzlich nicht gegen eine Übernahme, lehnen das Angebot aber als zu niedrig ab.

Mylans Vorstoß bei Perrigo kann aber auch als Flucht nach vorn gedeutet werden

Denn Mylan wiederum steht auf der Einkaufsliste der israelischen Teva. Der Konkurrent aus Israel bietet 40 Mrd $ oder 82 $ pro Aktie. Mylan hat abgelehnt und ist erst bei einem Angebot von deutlich über 50 Mrd $ gesprächsbereit. Außerdem ist Mylan der Auffassung, dass eine Übernahme durch Teva wenig Sinn macht.

Es gibt zu viele Überschneidungen. Schon deshalb dürften die Kartellbehörden kaum zustimmen. Teva will aber nicht nachgeben und ist bereit, Konzernteile zu verkaufen, um grünes Licht von den Behörden zu bekommen. Wenn aber der Perrigo-Deal gelingt, wäre Mylan für Teva zu groß.

Die Anleger gehen offensichtlich davon aus, dass Teva nicht zum Zuge kommt. Die Aktie notiert unter dem Angebot von 82 $.

Unternehmensporträt

Mylan ist der weltweit drittgrößte Generika-Hersteller und entwickelt über seine Tochtergesellschaften Mylan Pharmaceuticals, UDL Laboratories, Matrix Labs, Bertek Pharmaceuticals und Mylan Tech verschreibungspflichtige Generika.

Das Produktportfolio umfasst mehr als 1.100 Generika, die in rund 140 Ländern vertrieben werden. Mylan wurde 1961 gegründet und ging 1973 an die Börse.

26. Juni 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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