Nuance Communications-Aktie: Führender Anbieter von Sprachsoftware setzt Kurserholung fort

Zur Zeit gewinnt die sogenannte Industrialisierung 4.0 immer mehr an Dynamik. Doch was verstehen Experten eigentlich unter dieser sogenannten nächsten Industrialisierungsstufe? Wie können Anleger von diesem Trend profitieren?

Nach der Definition des Bundeswirtschaftsministeriums zeichnet sich die Industrie 4.0 durch eine enge Verzahnung der Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik aus. Intelligente Maschinen koordinieren dabei selbstständig Fertigungsprozesse, Service-Roboter kooperieren in der Montage mit Menschen.

Roboter können Abläufe organisieren, den Materialausschuss optimieren und eigenständig Energie sparen, Mängel melden und den Nachschub organisieren – und das alles vernetzt mit den Kunden.

Marktführer mit über 6 Milliarden Börsenwert

Wenn Sie Nuance Communications noch nicht kennen sollten, dann stelle ich Ihnen das Geschäftsmodell kurz vor: Nuance ist einer der weltweit führenden Anbieter von Bildverarbeitungs- und Sprachsoftware. Mit knapp 2 Milliarden Dollar Umsatz und über 6 Milliarden Dollar Börsenwert ist der Technologiekonzern keine kleine Nummer mehr.

Software ist weit verbreitet

Dass die Stimme aus Ihrem Navigationsgerät bei Ihnen hörbar ankommt ist oft auf die Software von Nuance Communications zurückzuführen. Auch bei der Spracheingabe auf Ihrem Smartphone kommen die Produkte des US-Konzerns zum Einsatz. Zugleich versucht die High-Tech-Firma das Gesundheitssystem zu revolutionieren.

Denn mit der Verwendung von der Sprachsoftware lassen sich nachweislich elektronische Patientenakten 26% schneller erfassen als bei der manuellen Eingabe. Dabei verbessern sich die Vollständigkeit der Aktien und die Qualität der Dokumentation. Hier schlummert also großes Einspar- und Optimierungspotenzial in den Krankenhäusern und Arztpraxen weltweit.

Mit Nuance lernen Roboter sprechen

Kennen Sie den Nao-Roboter des französischen Aldebaran-Konzerns? Der etwa 60 Zentimeter große humanoide Roboter verfügt über Kameras und Mikrofone und ist daher in der Lage mit seiner Umwelt zu kommunizieren. Er spricht 19 Sprachen, kann Fußball spielen, Gesichter erkennen und sogar Gefühle ausdrücken.

Er hilft beim Lernen von Fremdsprachen, stellt Matheaufgaben und führt sportliche Übungen vor. Hierzulande soll Nao den Flüchtlingen die deutsche Sprache beibringen. Zugleich wird er bereits als Servicekraft auf Messen oder in Geschäften bereits eingesetzt.

Als Grundlage dient auch hier die Software von Nuance Communications. Da Service-Roboter immer alltagstauglicher werden, könnte hiervon auch der US-Konzern kräftig profitieren.

Beeindruckende Umsatzentwicklung – Konzern verharrt noch in der Verlustzone

Wenn Sie sich die Entwicklung seit dem Jahr 2000 ansehen, wird schnell deutlich: Während die Erlöse regelrecht von 48 Millionen Dollar auf zuletzt 1,93 Milliarden Dollar explodierten, suchen Sie Gewinne weiter vergeblich. In den vergangenen 3 Geschäftsjahren wurden unterm Strich immerhin 480 Millionen Dollar verbrannt.

Doch die Analysten zeigen sich optimistisch. Im Schnitt rechnen die Experten mit einem Gewinn je Aktie von 1,46 Dollar in 2016 und 1,60 Dollar je Anteilsschein in 2017.

Die Anleger scheinen dabei einen Großteil der Entwicklung bereits vorwegzunehmen. Auf Sicht der vergangenen 12 Monate liegt der Kurs immerhin über 40% im Plus. Jetzt dürfte viel davon abhängen, ob dem Softwarespezialist tatsächlich der nachhaltige Sprung in die Gewinnzone gelingt.

8. März 2016

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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