Null-Zins-Politik: Die Flucht in Sachwerte

Der deutsche Aktien-Leitindex DAX 30 ist mit leichten Gewinnen in die neue Handelswoche gestartet. Der DAX kletterte auf 9.107 Punkte (+0,32%).

Eine Erklärung für die aktuell sehr starke Börsen-Rally gab es auf der Edelmetallmesse in München, die am Freitag und Samstag zahlreiche Gold- und Silber-Fans angelockt hatte:

Die Null-Zins-Politik der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) treibt die Sparer langsam aber sicher in die Sachwerte und dort speziell in Aktien.

Deutsche Sparer horten 1,8 Billionen Euro

Die deutschen Sparer leiden extrem unter den Mini-Zinsen, da sie traditionell sehr hohe Geldbeträge bei ihrer Hausbank „parken“. Aktuell liegen rund 1,8 Billionen Euro fast ohne Zinsen auf den deutschen Konten.

Die Deutschen sind an sich keine Aktien-Sparer, nur rund 7,5% der Deutschen besitzen Aktien, aber angesichts der niedrigen Zinsen und hohen Dividenden findet langsam ein Umdenken statt. Die Umschichtungen treiben den Aktienmarkt nach oben.

Aktien-Rally belastet den Goldpreis

Einige Gold-Experten machen u.a. die Aktien-Rally für die Preisschwäche am Goldmarkt verantwortlich. Die Begründung: Wenn eine Anlageklasse auf Jahressicht zweistellig im Plus liegt (Aktien) und die andere Anlageklasse zweistellig im Minus liegt (Gold), dann wird der Umschichtungsdruck bei den aktiven Vermögensverwaltern von Tag zu Tag immer größer.

Zum einen passt die kurzfristige Performance nicht, zum anderen möchte jeder Vermögensverwalter im Jahresbericht schreiben, dass die „Gewinner“ auch im eigenen Depot vertreten sind. Im Notfall wird dann einfach im 4. Quartal die Gewinner-Klasse eingekauft, während Verlust-Positionen abgestoßen werden.

Dieser Effekt, der „Window-Dressing“ genannt wird, verstärkt den Aufwärtstrend der Gewinner und den Abwärtstrend der Verlierer.

In den nächsten Tagen blicke ich hier im „Schlussgong“ auf die Gewinner, denn in dieser Woche stellen sich knapp 200 börsennotierte Unternehmen ins Schaufenster und kämpfen um neue Aktionäre.

Eigenkapital-Forum: 200 Unternehmen im Schönheitswettbewerb

Heute hat in Frankfurt das „Eigenkapital-Forum 2013“ begonnen. Hinter diesem langweiligen Namen verbirgt sich die größte Analystenkonferenz in Deutschland. Knapp 200 börsennotierte Unternehmen stellen sich den Fragen der nationalen und internationalen Analysten und Investoren.

Die Unternehmen, die in diesen 3 Tagen in Frankfurt die meisten Pluspunkte sammeln, landen bei den Investoren ganz oben auf der Beobachtungsliste. Oft ist dann kurzfristig ein Kurssprung zu sehen, aber auch eine positive Spätwirkung, da viele Fondsmanager ihre Depots im Dezember und Januar neu positionieren.

Die Nebenwerte-Favoriten

In meinem Börsendienst „Der Depot-Optimierer“ veröffentliche ich Anfang Dezember die Sonderstudie „Nebenwerte-Favoriten 2014“. Darin enthalten sind – je nach Qualität der Zahlen und der Geschäftsaussichten – 5 bis 7 aussichtsreiche Unternehmen, die in den folgenden 2 Jahren den Vergleichsindex deutlich schlagen können.

Schon am Dienstag und am Mittwoch stelle ich Ihnen hier im Schlussgong jeweils kurz und knapp ein Unternehmen vor, das mir in Frankfurt gut gefallen hat. Vor uns liegt also eine spannende Börsenwoche.

11. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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