Nur noch 2013: Mit Altverlusten Steuern sparen

Nachdem Sie im dritten Teil der Steuer-Serie erfahren haben, wie Sie steuerfreie Gewinne mit Gold und Silber erzielen können, gebe ich Ihnen heute einen nicht nur nützlichen – sondern auch zeitlich dringenden – Hinweis.

Heute widme ich mich der steuerlichen Anrechenbarkeit von sogenannten Altverlusten. Das sind Spekulationsverluste, die vor 2009 entstanden sind.

Sollten Sie noch alte Spekulationsverluste – beispielsweise aus der Zeit der Lehman-Pleite oder aus der Crash-Phase 2000 bis 2003 – aufweisen, sollten Sie noch in diesem Jahr handeln.

Denn: Nur bis Ende 2013 besteht für Sie als Anleger die Möglichkeit, alte Verluste mit Gewinnen aus Wertpapierkäufen zu verrechnen und diese steuerlich geltend zu machen.

Hinzu kommt: Letztmalig können 2013 neben Aktiengewinnen auch Veräußerungsgewinne aus Anleihen, Zertifikaten, sogenannten Finanzinnovationen und Anteile an Offenen Fonds mit Altverlusten verrechnet werden.

Ab 2014 können solche Altverluste nur noch mit Spekulationsgewinnen – etwa aus Immobiliengeschäften – verrechnet werden. Deshalb sollten Sie noch jetzt schnell damit beginnen, verrechenbare Gewinne zu realisieren.

Das bedeutet, dass Sie in diesem Jahr beispielsweise bei Aktien-Investments einige Gewinnmitnahmen tätigen sollten, damit Ende des Jahres Gewinne da sind, die mit Ihren alten Verlusten verrechnet werden können.

Denn nur so profitieren Sie von der letztmaligen Verrechnungsmöglichkeit. Es ist daher für Sie ein Glücksfall, dass 2013 bisher ein Börsen-Rekordjahr mit hohen Gewinnen ist, die jetzt schrittweise „geerntet“ werden können.

Verluste ab 2009 werden anders behandelt als Altverluste

Seit der Einführung der Abgeltungsteuer unterscheidet der Fiskus zwischen den oben angesprochenen Altverlusten und Verlusten, die ab 2009 entstanden sind.

Altverluste aus Spekulationsgeschäften sind per Definition Verluste, die aus dem Verkauf von Wertpapieren, die vor dem 31.12.2008 gekauft und innerhalb eines Jahres wieder verkauft wurden, entstanden sind.

Beachten Sie, dass diese alten Spekulationsverluste von den Finanzämtern nur berücksichtigt werden, sofern diese im Jahr der Entstehung gesondert mit der Steuererklärung festgestellt worden sind.

Zudem muss ein gesonderter Feststellungsbescheid vorliegen. Andernfalls ist eine Verlustverrechnung nicht möglich.

Verlustvortrag von Altverlusten nur noch bis Ende 2013 möglich

Liegt ein entsprechender Bescheid vor, können Altverluste aus Spekulationsgeschäften bis Ende 2013 mit Spekulationsgewinnen und sogar mit Veräußerungsgewinnen aus Kapitalanlagen verrechnet werden. Eine Verrechnung mit Zins- und/oder Dividendeneinkünften ist jedoch nicht möglich.

Sie können die steuerliche Verrechnung von Altverlusten im Rahmen Ihrer Einkommensteuererklärung durch die Abgabe der Anlage KAP (Anlage für Kapitaleinkünfte) gegenüber dem Finanzamt geltend machen und so Steuern sparen.

Ausblick: Im nächsten Teil dieser Serie erfahren Sie, warum die Abgabe einer Steuererklärung besonders lukrativ ist, wenn der Steuersatz unterhalb des Abgeltungssteuersatzes liegt.

12. Dezember 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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