Nvidia: Chip-Riese meldet kräftigen Umsatzsprung im Corona-Quartal

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Nvidia-Aktie: Chipspezialist meldet 50% Umsatzwachstum und übertrifft Analystenschätzungen. Nachfrage nach Hochleistungschips ist ungebrochen (Foto: nVidia / Shutterstock.com)

Bislang liefern die großen US-Technologiekonzern beeindruckende Zahlen für das zurückliegende Quartal ab. So auch der Chipspezialist Nvidia, der mit seiner Geschäftsentwicklung die hohen Erwartungen der Analysten sogar übertreffen konnte. Dabei markierte das letzte Quartal einen wichtigen Wendepunkt: Zum ersten Mal in der Firmengeschichte lieferte die Rechenzentrums-Sparte von Nvidia einen höheren Beitrag als das Spielegeschäft.

Die Aktie hat die positive Entwicklung bereits im Vorfeld antizipiert. Mit einem Kursplus von über 100% seit dem Jahreswechsel hat die Aktie klar besser als der breite Aktienmarkt abgeschnitten und der Technologieindex Nasdaq.

Nvidia im Portrait

Nvidia ist einer der größten Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen für Personal Computer und Spielkonsolen. Der Hauptsitz liegt in Santa Clara, Kalifornien. Der Konzern besitzt keine eigenen Fertigungsstätten und arbeitet somit nach dem sogenannten Fabless-Prinzip.

In den letzten Jahren profitierte Nvidia stark vom Trend zur Künstlichen Intelligenz (KI). Ob in der Autoindustrie, der Medizin oder der Hirnforschung, überall sind die Prozessoren der Kalifornier im Spiel. Mit Hilfe der Hochleistungschips des US-Konzerns können die rechenintensiven Prozesse überhaupt erst umgesetzt werden.

50% Umsatzwachstum im zweiten Quartal

Die gerade präsentierten Zahlen zur Geschäftsentwicklung hatten es in sich: Im Corona-Quartal kletterten die Umsätze um 50% auf 3,87 Milliarden Dollar in die Höhe. Damit wurden die Schätzungen der Analysten nochmals um 201 Millionen Dollar übertroffen. Zeitgleich erhöhte sich der operative Gewinn auf 1,51 Milliarden Dollar. Das lag immerhin 89% über dem Niveau des vergleichbaren Vorjahresquartals.

Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 1,36 Milliarden Dollar beziehungsweise 2,18 Dollar je Aktien hängen. Auch damit wurden die Schätzungen der Analysten (1,95 Dollar) deutlich geschlagen.

Beeindruckendes Wachstum in der Rechenzentrums-Sparte

Ein genauerer Blick in die Zahlen verrät: Das Geschäft mit Chips für Rechenzentren wird immer wichtiger. Insbesondere die Grafikprozessoren für KI-Anwendungen und Deep Learning finden bei Kunden wie Amazon oder Google reißenden Absatz. Im zweiten Quartal schossen die Umsätze in der Sparte um 167% auf 1,75 Milliarden Dollar nach oben. Allerdings sollten Sie im Hinterkopf behalten: In den Zahlen sind auch die Auswirkungen der milliardenschweren Mellanox-Übernahme enthalten, die rund 30% zu den Gesamtumsätzen der Sparte beitragen.

Spielsparte zeigt ebenfalls Zuwächse

Aber auch die Entwicklung im zweiten großen Geschäftsfeld, der Spielesparte, konnte sich mit einem Zuwachs um 26% auf 1,65 Milliarden Dollar sehen lassen. Die übrigen Geschäftsbereiche Automotive (-47%) und das Visulisierungsgeschäft (-30%) mussten jedoch kräftige Einbußen verkraften. Allerdings stehen die beiden Segmente auch nur für 8% der Konzernerlöse.

Management schraubt Ausblick nach oben

Wie zuversichtlich der Konzern auf die weitere Jahresentwicklung blickt, macht der angehobene Ausblick deutlich. Nvidia rechnet für das dritte Quartal mit einem Umsatz von 4,4 Milliarden Dollar. Die Analysten waren bislang nur von 3,97 Milliarden Dollar ausgegangen. Zugleich soll die Marge ebenfalls höher ausfallen.

Damit können sich Anleger auf ein neues Rekordquartal freuen. Allerdings ist die Aktie nach dem jüngsten Run auch anfällig für Rücksetzer geworden. Immerhin liegt der Börsenwert mittlerweile bei fast 300 Milliarden Dollar – fast 90 Milliarden Dollar mehr als der deutlich größere Rivale Intel auf die Waage bringt.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.