Nvidia: Chip-Riese mit Rekordgeschäft im Schlussquartal

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Nvidia reitet den Chip-Boom: Hohe Nachfrage beschert Technologiekonzern neues Rekordquartal . Umsätze klettern um 61% in die Höhe (Foto: nVidia / Shutterstock.com)

Bislang lieferten die großen US-Technologiekonzern beeindruckende Zahlen für das zurückliegende Quartal ab. So auch der Chipspezialist Nvidia, der mit seiner Geschäftsentwicklung die hohen Erwartungen der Analysten sogar noch übertreffen konnte. Trotz Lieferengpässen bei den Komponenten für die Herstellung der neuesten Chips und Systeme konnte Nvidia das erfolgreichste Quartal aller Zeiten verbuchen.

Dennoch rutschte die Aktie nach den Zahlen ab, was an den Aussagen der Konzernführung lag. Die Erwartungen der Anleger wurden gedämpft, was die zuletzt boomende Nachfrage nach zusätzlicher Rechenpower zum Krypto-Mining angeht.

Nvidia im Portrait

Nvidia ist einer der größten Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen für Personal Computer und Spielkonsolen. Der Hauptsitz liegt in Santa Clara, Kalifornien. Der Konzern besitzt keine eigenen Fertigungsstätten und arbeitet somit nach dem sogenannten Fabless-Prinzip.

In den letzten Jahren profitierte Nvidia stark vom Trend zur Künstlichen Intelligenz (KI). Ob in der Autoindustrie, der Medizin oder der Hirnforschung, überall sind die Prozessoren der Kalifornier im Spiel. Mit Hilfe der Hochleistungschips des US-Konzerns können die rechenintensiven Prozesse überhaupt erst umgesetzt werden.

61% Umsatzwachstum im vierten Quartal

Die gerade präsentierten Zahlen zur Geschäftsentwicklung hatten es in sich: Im zurückliegenden Quartal, das bis Ende Dezember ging, kletterten die Umsätze um 60,8% auf 5 Milliarden Dollar in die Höhe. Damit wurden die Schätzungen der Analysten nochmals um 180 Millionen Dollar übertroffen.

Der Gewinn konnte ebenfalls kräftig auf 1,46 Milliarden Dollar gesteigert werden. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahresquartal blieben „lediglich“ 950 Millionen Dollar Gewinn übrig. Je Aktie stand am Ende ein bereinigter Gewinn von 3,10 Dollar in den Büchern. Auch das lag deutlich (um 10%) über den Erwartungen der Analysten.

Beeindruckendes Wachstum in der Rechenzentrums-Sparte

Ein genauerer Blick in die Zahlen verrät: Das Geschäft mit Chips für Rechenzentren wird immer wichtiger. Insbesondere die Grafikprozessoren für KI-Anwendungen und Deep Learning finden bei Kunden wie Amazon oder Google reißenden Absatz. Im vierten Quartal schossen die Umsätze in der Sparte um 97% auf 1,9 Milliarden Dollar nach oben.

Inzwischen macht das Geschäft 38% der gesamten Konzernerlöse aus. Das israelische Netzwerkunternehmen Mellanox, das Nvidia Anfang letzten Jahres übernommen hat, trug etwa ein 10 zu den Verkäufen im Bereich der Rechenzentren im zurückliegenden Gesamtjahr bei.

Spielesparte ebenfalls mit rasantem Zuwachs

Aber auch die Entwicklung im zweiten großen Geschäftsfeld, der Spielesparte, konnte sich mit einem Zuwachs um 67% auf 2,50 Milliarden Dollar durchaus sehen lassen. Die übrigen Geschäftsbereiche Automotive (-11% auf 145 Mio. Dollar ) und das Visualisierungsgeschäft (-7% auf 307 Mio. Dollar) mussten jedoch nochmals deutlich Federn lassen. Allerdings stehen die beiden Segmente auch nur für 9% der Konzernerlöse.

Interessant ist zudem die Bedeutung des Krypto-Booms, der mit seiner Chip-Nachfrage immer wieder von Anlegern gefeiert wird, aber laut Firmenboss Jensen Huang nur eine überschaubare Bedeutung hat. Insgesamt sollen im Schlussquartal ungefähr Chips im Wert zwischen 100 und 300 Millionen Dollar an Kryptominer verkauft worden sein.

Chip-Gigant weiter zuversichtlich

Trotz der anhaltenden Chipknappheit geht Nvidia optimistisch in das Jahr. Für das laufende Quartal rechnet die Firma mit einem Umsatz von  5,3 Milliarden Dollar, was knapp 800 Millionen Dollar über den bisherigen Analystenschätzungen liegt.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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