Nvidia: Erfolgsaktie kommt massiv unter Druck

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Die Nvidia-Aktie war lange Zeit eine der Stars des Technologiesektors. In der jüngsten Korrektur litt die Aktie besonders stark. Aus gutem Grund. (Foto: nVidia / Shutterstock.com)

Der Blick auf die Technologiewerte bereitet in den vergangenen Tagen ein wahres Wechselbad der Gefühle. Während die Analysten und Anleger an einem Tag noch optimistisch gestimmt waren, änderte sich über Nacht das Bild – und auf einmal herrscht Pessimismus pur. Einer der Gründe sind schwache Prognosen, wie zuletzt von Nvidia.

Unternehmensportrait

Die Nvidia Corporation ist einer der größten Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen für PC und Spielekonsolen. Zudem kommen die Hochleistungsprozessoren im Bereich (teil-)autonomes Fahren und Bitcoin-Mining zum Einsatz. Zwei Bereiche, von deren Wachstum der Konzern in den vergangenen Jahren erheblich profitieren konnte.

Rasanter Kursanstieg bis Oktober

Bis zum Oktober kannten die Papiere von Nvidia jahrelang nur eine Richtung – aufwärts. Doch diese Bewegung wurde in den vergangenen Wochen deutlich verlassen – innerhalb kurzer Zeit verlor die Aktie fast die Hälfte ihres Kurswerts.

Hintergrund dieser Negativperformance ist der Ausblick, den der amerikanische Chiphersteller anlässlich der Quartalszahlenpublikation bekannt gab. Das damit die Charttechnik mehr als angeschlagen ist, braucht an dieser Stelle nicht näher erwähnt zu werden. Bleibt aus charttechnischer Sicht die Hoffnung, dass der Widerstand bei 130 US-Dollar hält – anderenfalls dürfte es schnell bis in die Nähe der 100 US-Dollar-Marke gehen.

Quartalszahlen positiv

Auf dem ersten Blick sind die Zahlen gar nicht so schlecht ausgefallen: So hat das Unternehmen im Ende Oktober abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal die Erlöse um 21% auf knapp 3,2 Mrd. US- Dollar gesteigert und konnte einen Gewinnzuwachs in Höhe von 47% auf 1,2 Mrd. US-Dollar vermelden.

Ausblick entsetzt

Doch dann kam die Meldung, die für Ernüchterung und Ausverkaufsstimmung sorgte: Der Ausblick: In diesem gerade begonnenen Vierteljahr werden nun Erlöse von 2,7 Mrd. US-Dollar prognostiziert. Damit würde die Marke des Vorjahreszeitraums – hier waren es 2,9 Mrd. US-Dollar – verfehlt werden.

Der Hauptschuldige für diese Entwicklung ist schnell gefunden: Es ist die Bitcoin-Schwäche: Für die Produktion der Digitalwährung benötigt man Computerressourcen und Grafik-Karten. In der Vergangenheit führte der Bitcoin-Boom zu Engpässen bei einigen Nvidia-Karten und zu Preissteigerungen. Doch das waren noch Zeiten, in denen die Bitcoins einen Wert von rund 20.000 US-Dollar hatten und die Euphorie keine Grenzen kannte. Inzwischen sind die Bitcoins nur noch einen Viertel dieses Wertes wert – und hier fällt der Kurs derzeit noch schneller als am Aktienmarkt.

Langfristig attraktiv, kurzfristig spekulativ

Nachdem die Nvidia-Aktie lange Zeit hoch bewertet war, ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) nun auf 20 zurück gekommen. Auf diesem Niveau ist die Aktie für Langfristanleger attraktiv.

Kurzfristig bleibt die Lage jedoch höchst unklar. Denn wie Sie wahrscheinlich wissen, neigen die Börsen in Panikphasen zu Übertreibungen nach unten. Wer etwas mehr Sicherheit haben möchte, sollte daher auf eine Bodenbildung bei der Aktie warten.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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