Nvidia: Lasst die Spiele beginnen

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Der Grafikkarten-Spezialist hat im vergangenen Quartal von einem regen Geschäft mit Rechenzentren profitiert. Der Umsatz, dessen Technik auch in großem Stil für Anwendungen mit künstlicher Intelligenz genutzt wird, stieg im Jahresvergleich um 39% auf gut 3 Mrd. $. (Foto: nVidia / Shutterstock.com)

Es gibt viele Themen, bei denen sich die Geister scheiden. Gaming gehört dazu. Für viele ist das stundenlange Zocken ein Massenphänomen, für andere schlicht unverständlich. Doch eines steht fest: Gaming ist in. Videospiele wie Minecraft oder Call of Duty begeistern die Fans und die Aktie die Börsianer. Zwar musste die Aktie in den vergangenen zwei Jahren einen größeren Einbruch hinnehmen, aber auf lange Sicht bleibt nicht viel zu sagen, außer: 2.164% Kursplus seit 2015!

Auf die Grafikkarte kommt es an

Um richtig in die Spielewelt einzutauchen, ist eine hoch auflösende, flüssige Grafik absolut notwendig. Die Wahl der richtigen Grafikkarte gehört zu den wichtigsten Entscheidungen eines Gamers. Hier kommt Nvidia sprichwörtlich ins Spiel. Der amerikanische Konzern aus Kalifornien entwickelt Grafikprozessoren und Chips für Computer und Spielekonsolen. Und das außerordentlich erfolgreich.

Überzeugende Leistung

Der Grafikkarten-Spezialist hat im vergangenen Quartal von einem regen Geschäft mit Rechenzentren profitiert. Der Umsatz, dessen Technik auch in großem Stil für Anwendungen mit künstlicher Intelligenz genutzt wird, stieg im Jahresvergleich um 39% auf gut 3 Mrd. $. Der Gewinn sprang in dem Ende April abgeschlossenen Quartal sogar von 394 auf 917 Mio. $ hoch.

Mit dieser Zusammensetzung des Geschäftsquartals waren die Ergebnisse von Nvidia stärker von der Corona-Krise geprägt als bei Unternehmen, die über das erste Kalenderquartal berichteten. Nvidia-Finanzchefin Colette Kress verwies auf den Wechsel vieler Beschäftigter ins Homeoffice mit Kommunikation über Videokonferenzen und den Anstieg bei der Nutzung von Videospielen in der Corona-Krise.

Starkes Wachstum

Das Geschäft mit Rechenzentren trug maßgeblich zu dem Wachstum mit einem Umsatzplus von 80% auf 1,14 Mrd. $ bei. Im Gaming-Bereich mit Nvidias Grafikkarten für Notebooks und Desktop-Rechner stieg der Umsatz um 27% auf 1,34 Mrd. $. Zugleich war dieses Geschäft von Produktionsstopps in Fabriken und der Schließung von Läden in der Pandemie gebremst worden.

Das Autogeschäft – Nvidia entwickelt auch Computer für autonome Fahrzeuge und hoch entwickelte Fahrassistenzsysteme – ist noch deutlich kleiner. Sein Umsatz sank im Jahresvergleich um 7% auf 155 Mio. $. Das sollte sich demnächst drastisch ändern. Die CEOs von Mercedes-Benz und Nvidia kündigten den Start einer Partnerschaft im Bereich autonomes fahren an.

Grandioser Ausblick

Im laufenden zweiten Quartal erwartet der Chiphersteller einen Umsatz von 3,65 Mrd. $, plus/minus 2% – starke 41% mehr als im Vorjahresquartal. Davon soll ein niedriger zweistelliger Prozentsatz durch neue Produkte mit Mellanox-Technologien stammen. Der Konkurrent wurde jüngst übernommen. Mellanox, das seinen Sitz ebenfalls im Silicon Valley hat, ist Spezialist für schnelle InfiniBand- und Ethernet-Adapter.

Gerade in den Forschungsfeldern künstliche Intelligenz (KI) und Data Science möchte Nvidia zukünftig angreifen. Ziel: mit dem gemeinsamen Know-how der beiden IT-Konzerne die Rechenzentren von morgen entwickeln. Die Prognose ist fantastisch und durch gezielte Übernahmen etabliert Nvidia das Data-Center-Business immer stärker als zweites, wachstumsstarkes Standbein.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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