Nvidia: Megadeal mit Mellanox auf der Zielgeraden

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Nvidia vor dem größten Deal der Firmengeschichte: 6,9 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Data-Center-Spezialisten Mellanox auf der Zielgeraden. Zustimmung der chinesischen Behörden nur noch Formsache (Foto: michelmond / shutterstock.com)

Es bleibt weiterhin spannend, ob die Übernahme von Mellanox durch den US-Graphikchipspezialisten Nvidia von den Kartellbehörden genehmigt wird. Doch die Chancen, dass der 6,9 Milliarden Dollar schwere Deal am Ende durchgeht, sind zuletzt deutlich gestiegen. Das zumindest berichten die Analysten von Dealreporter. Die zum 1.300 Mann starken Acuris-Konzern gehörigen Experten teilten zuletzt mit, dass die Genehmigung der chinesischen Behörden offenbar unter Auflagen kurz vor dem Abschluss steht.

Nvidia sticht Intel aus

Bereits im März 2019 legte Nvidia eine Übernahmeofferte für den israelischen Data-Center-Spezialisten Mellanox auf den Tisch. Im Zuge der Transaktion bot der Chiphersteller 125 Dollar in bar je Mellanox-Aktie und hat damit den Rivalen Intel ausgestochen. Mit dem Zukauf stärkt Nvidia das Geschäft mit Datenzentren und reduziert damit die Abhängigkeit vom Gaming-Segment.

Bei Mellanox gingen in 2019 Umsätze von 1,33 Milliarden Dollar durch die Bücher. Unter dem Strich fuhren die Israelis einen Nettogewinn in Höhe von 205 Millionen Dollar ein, was einer Gewinnspanne von 15,41% entspricht.

Mellanox mit 5 Mal Umsatz bewertet

Im Rahmen der Transaktion zahlt Nvidia also ungefähr das 5,2-fache des letztjährigen Umsatzes für Mellanox. Bezogen auf den Gewinn liegt das Multiple bei 33. Nicht günstig, vor dem Hintergrund der hohen Wachstumsraten und der aussichtsreichen Positionierung von Mellanox aber aus strategischer Perspektive vertretbar. Immerhin erzielte der Data-Center-Spezialist in 2019 ein Umsatzwachstum von 22% und ein Gewinnplus von 52,9%.

Warum Mellanox so spannend ist

Für Nvidia ist die Übernahme strategisch hochinteressant, da damit  das Geschäft mit Datenzentren massiv gestärkt wird. Sie müssen wissen: Mellanox ist der größte Hersteller von sogenannten Interconnects wie Infiniband sowie Ethernet für Server. Konkret geht es also um Netzwerkhardware vom Chip bis zum Switch, um einzelne Knoten miteinander zu verknüpfen. Dabei ist die Infrastruktur der Israelis weit verbreitet. Unter anderem setzen Dell, HPE, IBM und Lenovo darauf. Gerade im High Performance Computing sind die Lösungen von Mellanox quasi gesetzt.

Hinter der 1999 gegründeten Firma Mellanox stehen übrigens ehemalige Intel-Mitarbeiter. Das Hauptquartier der Gesellschaft liegt zwar im kalifornischen Sunnyvale, die meisten der rund 2.500 Mitarbeiter sind aber in Israel beschäftigt.

Papierkram der Behörde scheinbar abgeschlossen

Wie die in der Regel gut informierten Analysten von Dealreporter berichten, ist der Deal jetzt wirklich auf der Zielgeraden. Nachdem das OK der europäischen Behörden erteilt wurde, steht nur noch die Genehmigungen der chinesischen Wettbewerbshüter aus.  Offenbar ist der Segen jetzt nur noch Formsache. Einzige größere Auflage ist scheinbar, dass die Unternehmen mehrere Jahre lang getrennte F&E-Einheiten unterhalten müssten.

Unterdessen scheinen auch die Aktionäre langsam an einen positiven Ausgang der Übernahme zu glauben. Sackten die Mellanox-Papiere noch Mitte März bis auf 96 Dollar in den Keller, notieren sie nach den jüngsten Meldungen mit 122,40 Dollar nur noch gut 2% unter dem Übernahmepreis. Auch die Nvidia-Anleger sehnen den Deal offenbar herbei. Die Aktie konnte mit einem deutlichen Kursplus von zuletzt 40% seit März ebenfalls deutlich profitieren.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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