Öffnet diese Alpenbank das Tor nach Osteuropa?

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Aktien aus Österreich haben durchaus etwas zu bieten. Doch zählt die Erste Group dazu? Wir zeigen, was die Aktie der Bank aktuell drauf hat. (Foto: Hadrian / shutterstock.com)

Wann waren Sie zuletzt im schönen Österreich unterwegs? Wer öfter in der Alpen-Republik ist, kennt sicher das Logo der Erste Group.

Erste Group Bank

Wer Geld abheben möchte, findet im großen Automaten-Netz des Unternehmens schnell eine Möglichkeit. Doch die Bank steht nicht nur für Österreich.

Auch in Osteuropa ist man engagiert. Jahrelang galt die Aktie daher als Geheimtipp für alle, die beim Osteuropa-Geschäft einen Fuß in die Tür stellen wollten.

Doch dann kam die Wirtschaftskrise und auch österreichische Banken wurden abgestraft.

Wie es jetzt um den Konzern steht und ob Sie sich die Aktie näher ansehen sollten, lesen Sie hier in unserer Analyse.

Gut ins neue Geschäftsjahr gestartet

Die Erste Group Bank ist 1819 unter dem Namen Erste Bank der österreichischen Sparkassen gegründet worden.

Sie hat sich in den letzten 10 Jahren zu einer der führenden Bankgruppen Zentraleuropas (CEE-Segment) entwickelt.

Mit Fokus auf die Region Mittel-/Osteuropa betreuen rund 46.000 Mitarbeiter in fast 2.792 Filialen mehr als 16 Mio. Kunden in dediesen Ländern:

  • Österreich,
  • Tschechien,
  • Slowakei,
  • Ungarn,
  • Rumänien,
  • Kroatien
  • und Serbien.

Die Erste Group verzeichnete 2016 die besten Ergebnisse ihrer Geschichte.

Aufgrund der niedrigeren Risiko-Kosten, die aus einer Verbesserung der Portfolio-Qualität resultierten, erzielte die Bank einen Nettogewinn von 1,26 Mrd €.

Der Zins-Überschuss ging – bedingt durch das niedrige Marktzins-Niveau und den umfassenden Abbau fauler Kredite – auf 4,37 Mrd. € zurück.

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Das Kredit-Wachstum konnte die Entwicklung nicht vollständig kompensieren. Der Provisions-Überschuss sank auf 1,78 Mrd. €.

Rückgänge gab es sowohl bei den Erträgen aus dem Kredit-Geschäft und den Zahlungsverkehrs-Dienstleistungen als auch bei den Erträgen aus dem Wertpapier-Geschäft.

Die Betriebs-Aufwendungen stiegen wegen verstärkter Investitionen in die IT und Digitalisierung an.

Das Kredit-Wachstum entwickelte sich mit einem Neukredit-Volumen von nahezu 5 Mrd. € ordentlich.

Die Kunden-Einlagen hingegen erhöhten sich – im Privat- und Firmenkunden-Geschäft zusammen – um mehr als 10 Mrd €.

Mit einem Gewinn von 262 Mio. € ist die Erste Group gut ins Geschäftsjahr 2017 gestartet.

Nicht schlecht, aber auch nicht gut

Dazu haben auch die guten volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der ganzen CEE-Region beigetragen.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt eine Fortsetzung der positiven Trends des Vorjahres:

Das Kredit-Volumen verzeichnete im Privatkunden-Geschäft stabile Wachstumsraten, und die Risiko-Kosten blieben auf historischen Tiefständen.

Die Erste Group hat mit einer harten Kernkapitalquote von 13% ihre Kapitalisierung auf hohem Niveau gehalten.

Auf Sicht von 6 – 12 Monaten erwarten wir eine durchschnittliche Kurs-Entwicklung.

Fazit: Die Aktie ist ganz okay, mehr aber auch nicht!


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.