Öl-Aktien: Diese beiden Unternehmen bieten derzeit gute Chancen

Lukoil hat vergleichsweise solide Halbjahres-Zahlen präsentiert: Der Umsatz ging um 13,7% zurück und der Gewinn um 36,1%.

Verantwortlich für die Umsatz-Entwicklung waren die niedrigen Preise für Öl und Raffinerie-Produkte.

Leicht gewachsen sind nur die kleineren Sparten Petrochemie und Energie-Erzeugung. Den Gewinn haben im Wesentlichen Währungs-Verluste nach unten gedrückt.

Gegenüber Dollar und Euro hat der Rubel deutlich an Wert verloren. Die operative Marge hat sich dagegen von 8,6 auf 9% verbessert.

Profitiert hat Lukoil zum einen von niedrigeren Förder-Steuern in Russland, zum anderen konnten die Förderkosten um 7% auf 3,41 $ pro Barrel gesenkt werden.

Die tägliche Öl- und Gas-Produktion schrumpfte um 4,8% auf 2,26 Mio. Barrel. In nahezu allen Regionen ging die Förderung zurück.

Trotz der Sparerfolge wird Lukoil weiter an der Kostenschraube drehen

Denn der russische Staat plant die Erhöhung der Förder-Steuern, um den Haushalt zu sanieren. Schon im 1. Halbjahr wurden die Investitionen um 21% auf 241 Mrd. RUB gekürzt.

Zur Disposition steht jetzt eine Petrochemie-Tochter in der Ukraine. Lukoil erwartet einen Verkaufs-Erlös von 100 – 350 Mio. $.

Zudem werden nicht-strategische Aktivitäten in Italien, Rumänien und Bulgarien abgestoßen. Auch aus Saudi-Arabien zieht sich der Konzern zurück.

Im Zuge der Optimierung des Downstream-Geschäfts wurden 230 Tankstellen in Polen, Lettland und Litauen verkauft. Mit dem Erlös hat Lukoil Tankstellen in den Benelux-Staaten erworben.

Für Lukoil sprechen Sparerfolge, niedrige Bewertung und hohe Dividendenrendite.

Unternehmens-Porträt

Lukoil ist der zweitgrößte russische Ölkonzern, der von der Ölförderung bis zum Tankstellennetz die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt.

Der Konzern entstand 1991 aus 3 der größten sibirischen Ölgesellschaften und ist heute in 35 Ländern weltweit aktiv. An rund 5.600 Tankstellen in 22 Ländern werden die Produkte vertrieben.

Exxon Mobil glänzt mit stetiger Dividende

Niedrige Öl- und Gaspreise sowie sinkende Raffinerie-Margen aufgrund von Überkapazitäten haben auch Exxon nicht verschont:

Im 1. Halbjahr gingen der Umsatz um 25% und der Gewinn um 62% zurück. Dennoch wurde die Quartals-Dividende um 2,7% auf 0,75 $ pro Aktie angehoben.

Upstream- und Downstream-Geschäft verzeichneten erhebliche Gewinn-Einbrüche. Das US-Upstream-Geschäft schrieb sogar einen Verlust von 1,35 Mrd. $.

Auch die Aktivitäten, die unter „Sonstiges“ gebündelt sind, meldeten einen Verlust von 1 Mrd. $.

Einzig die Chemie-Sparte konnte mit einem Gewinn-Anstieg um 15% auf 2,57 Mrd. $ überzeugen. Das Geschäft wird weiter ausgebaut.

Zusammen mit der saudischen Sabic plant Exxon den Bau einer riesigen Petrochemie-Anlage an der US-Golfküste. Aber auch das Kerngeschäft wird nicht vernachlässigt.

Angesichts der niedrigen Ölpreise sind kleinere Konkurrenten derzeit günstig zu haben. In Papua-Neuguinea hat Exxon den Ölproduzenten Interoil im Auge.

Auch Exxon Mobil muss sparen

In den vergangenen Monaten wurden die operativen Ausgaben schon radikal gekürzt und tausende Arbeitsplätze abgebaut.

Zudem wurden im 1. Halbjahr die Investitionen in Sachanlagen und in die Erschließung neuer Vorkommen um 36% auf 10,3 Mrd. $ zurückgefahren.

Auch in Zukunft wird Exxon den sinkenden Einnahmen mit drastischen Sparmaßnahmen begegnen.

Ein Wettbewerbs-Vorteil ist die breite Diversifikation. In Zeiten tiefer Ölpreise erweisen sich Raffinerie- und Chemie-Geschäft als Retter.

In der 1. Jahres-Hälfte erzielten diese beiden Sparten zusammen einen Gewinn von 4,3 Mrd. $.

Unternehmens-Porträt

Exxon Mobil ist der weltgrößte nicht staatliche Energie-Konzern.

Die Geschäfts-Tätigkeit des Unternehmens umfasst die Exploration und Produktion von Öl und Gas, die Produktion von Strom und die Förderung von Kohle und Mineralien.

Weitere Geschäftsbereiche sind Produktion und Vertrieb von Benzin, Ölprodukten und Chemikalien.

5. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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