Öl-Aktien: Das deutet auf steigende Kurse im 2. Halbjahr hin

Es gibt Anzeichen für einen steigenden Ölpreis. Das würde auch den Aktien von Exxon Mobil und Co. helfen. Erfahren Sie hier Näheres: (Foto: V. Franz Metelec – Fotolia.com)

Kaum eine Branche hat in diesem Jahr bisher so sehr gelitten wie die Öl-Konzerne. Das hat gleich mehrere Gründe:

US-Öl-Multis mit gutem Start ins Jahr

Zum einen sind beispielsweise die Aktien des US-Öl-Multis Exxon Mobil auf – relativ – hohem Niveau ins neue Jahr gestartet.

Sowohl die unerwartete Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten als auch der nicht minder überraschende Beschluss der OPEC, die tägliche Öl-Fördermenge zu begrenzen, hatten dem Ölpreis und auch den Aktien der Branchengrößen zum Jahres-Ausklang 2016 kräftig eingeheizt.

Allerdings hat sich die Euphorie inzwischen als verfrüht erwiesen:

Die Regierung Trump sorgt v. a. für Chaos, nicht aber für den wirtschaftlichen Wohlstand der USA, den sich manch einer von seiner Wahl versprochen hatte.

OPEC-Beschluss ohne nachhaltige Wirkung

Auf der anderen Seite hat der OPEC-Beschluss, so historisch bedeutsam er als Kompromiss verfeindeter Akteure sein mag, kaum mehr Wirkung erzielt als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Zwar schnellte der Ölpreis kurz nach Bekanntwerden der Einigung in die Höhe und rettete sich von gut 40 auf etwas über 50 Dollar je Barrel.

Über dieses Niveau jedoch kam man seither nicht hinaus. Denn die Lücke in der Produktion seitens der OPEC-Staaten wurde parallel geschlossen von den Fracking-Firmen in den USA.

Diese fuhren die Förderung nämlich ihrerseits hoch, um sich Marktanteile zu Lasten der OPEC zu sichern.

Unterm Strich bewegte sich der Ölpreis dadurch in den vergangenen Monaten insgesamt seitwärts, wenn auch mit kleineren Ausschlägen nach oben oder unten.

Die Verlängerung des OPEC-Beschlusses, der ursprünglich nur bis Juni 2017 Bestand hatte, auf März 2018 konnte kaum für Bewegung sorgen.

Hoffnung auf 2. Jahreshälfte?

Sowohl auf Seiten der OPEC als auch bei den großen Ölfirmen herrscht daher Ernüchterung. Schließlich hatten auch Exxon Mobil und Co. mit einer stärkeren Ölpreis-Entwicklung für dieses Jahr gerechnet.

Somit greifen die eigenen Kosten- und Gewinn-Prognosen nicht mehr, was wiederum Anleger abschreckt. In den vergangenen 6 Monaten hat allein die Aktie von Exxon Mobil rund 15% an Wert verloren.

Nun aber deutet sich, zumindest ganz zaghaft, Hoffnung an für die 2. Jahreshälfte und insbesondere für das Schlussquartal. Denn die weltweite Nachfrage zeigt sich stabiler, als von manch einem Beobachter erwartet.

Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) steigt der Energiebedarf in diesem und im kommenden Jahr um 1,4 Mio. Barrel täglich.

Zugleich stoßen die Fracking-Firmen allmählich an ihre Kapazitäts-Grenzen. Die Produktion kann nicht mehr beliebig hochgefahren werden – zumindest nicht kurzfristig. Stattdessen werden nun die überfüllten Öl-Lager angezapft.

Mehrere Wochen in Folge sind die Lagerbestände zuletzt gesunken, was an den Märkten als Vorzeichen steigender Ölpreise gewertet wird.

Allerdings gilt es in Relation auch zu beachten, dass die US-Lager so prall gefüllt waren wie selten. Und es kann dementsprechend eine Weile dauern, bis die Nachfrage das Angebot tatsächlich wieder spürbar übersteigt und den Ölpreis anziehen lässt.

Und was passieren wird, wenn die OPEC-Drosselung im Frühjahr 2018 ausläuft, steht ohnehin noch einmal auf einem ganz anderen Blatt…

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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