Öl: Iran-Sanktionen treiben den Preis nach oben

Warum der Ölpreis kurzfristig weiter anziehen sollte und wie Sie davon profitieren können. (Foto: William Potter / shutterstock.com)

Erinnern Sie sich noch an den Sommer 2014? Deutschland wurde in Rio Fußball-Weltmeister und ein Barrel der Nordsee-Ölsorte Brent kostete über 100 US-Dollar.

Bis Januar 2015 hat sich der Ölpreis schließlich mehr als halbiert und fiel auf nur noch knapp 50 US-Dollar je Barrel. In der Folge zog der Ölpreis zunächst etwas an, fiel dann jedoch bis Januar 2016 sogar auf nur noch rund 30 US-Dollar. Zu dieser Zeit äußerten Analysten und Branchenexperten immer niedrigere Zielpreise. Es gab sogar einige, die Zielpreise von 10 US-Dollar ausgaben.

Damals schrieb ich sowohl hier im Schlussgong als auch in meinen Börsendiensten immer wieder, dass ich den Preisrutsch auf 30 US-Dollar für eine negative Übertreibung halte und dass sich der Ölpreis mittelfristig bei rund 60 US-Dollar einpendeln würde.

Zuletzt kämpfte er sogar mit der 80-Dollar-Marke. Und prompt kehren die Öl-Bullen zurück: Viele Analysten rechnen damit, dass der Ölpreis die Marke von 80 US-Dollar, die in den vergangenen Tagen bereits angetestet wurde, bald nachhaltig überwinden wird.

Angebotsverknappung sollte Preis weiter antreiben

Ursächlich dafür ist die Angebotsseite. Die Fördermenge der Opec (Zusammenschluss der wichtigsten Erdöl fördernden Länder) liegt derzeit unter den von der Opec selbst festgelegten Quoten. Ab November könnte sich die Lage sogar noch deutlich verschärfen. Denn dann treten, Stand heute, die US-amerikanischen Sanktionen auf iranisches Rohöl in Kraft.

Derzeit sieht es danach aus, dass die Maßnahmen der US-Regierung, die sich gegen die Abnehmer von iranischem Öl richten, sehr effektiv sein werden. Denn anders als in der Amtszeit von Barack Obama, in der es bereits Sanktionen gegen Abnehmer von iranischem Öl gab, soll es dieses Mal keine Ausnahmeregelungen geben.

Ölpreis: Für die Scheichs läuft alles nach PlanDie Einigung der OPEC auf eine Begrenzung der Fördermengen dient v. a. Saudi-Arabien. › mehr lesen

Nach Einschätzung des für die Commerzbank arbeitenden Rohstoffanalysten Eugen Weinberg wird der Rückgang der iranischen Ölexporte infolge der Sanktionen bei mindestens 1 bis 1,5 Mio. Barrel pro Tag liegen.

Derzeit werde vom Markt nur von einem Rückgang um 1 Mio. Barrel pro Tag ausgegangen. Angesichts dessen, dass Weinberg mit einem Rückgang um mindestens 1 bis 1,5 Mio. Barrel pro Tag rechnet und andere Analysten sogar einen Rückgang um 2 Mio. Barrel pro Tag erwarten, könnten deutliche Auswirkungen auf die Preisentwicklung drohen.

Die Entwicklung des Ölpreises hängt aber auch davon ab, ob die Opec bereit ist, die durch die Iran-Sanktionen entstehende Angebotsverknappung auszugleichen. So oder so sagen einige Experten für das 4. Quartal dieses Jahres zumindest zwischenzeitlich Preise von bis zu 100 US-Dollar voraus.

Ich rechne ebenfalls mit steigendem Ölpreis

Auch ich rechne kurzfristig damit, dass wir Preise von über 80 US-Dollar sehen werden und halte daher auch in meinem Börsendienst Depot-Optimierer an meinen Öl-Positionen fest. Mittelfristig erwarte ich weiterhin durchschnittliche Ölpreise von rund 60 US-Dollar.

Welche Unternehmen meine Favoriten aus der Ölbranche sind und welchen Unternehmen aus dem übrigen Energiesektor ich großes Potenzial zutraue, lesen Sie im aktuellen Monatsbericht des Depot-Optimierers, in dem ich mich ausführlich dem Thema Energie gewidmet habe.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Rolf Morrien. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz