OMV: Öl und Gas aus Österreich

Wenn Sparmaßnahmen fruchten, ganze Sparten satte Gewinne schreiben, geht es Firmen gut, so auch dem österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV: (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Glauben Sie daran, dass die Zeit von fossilen Brennstoffen bald vorbei ist?

Natürlich, als Anleger müssen wir in die Zukunft denken und  dürfen uns neuen Technologien nicht verschließen.

Doch allzu voreilig sollten wir nicht sein, wenn es darum geht einen Abgesang auf etablierte Branchen anzustimmen.

Unternehmen aus dem Öl- und Gas-Sektor konnten an der Börse zuletzt wieder zulegen – entgegen all der negativen Stimmung.

Wir haben für Sie die Aktie von OMV näher unter die Lupe genommen.

Es ging uns darum, herauszufinden, wie es aktuell um das Geschäft beim österreichischen Konzern steht und ob sich für Investoren Chancen bieten.

Das steckt hinter OMV

OMV ist ein österreichischer Öl- und Gaskonzern und gliedert sich in diese 3 Bereiche:

  1. Raffinerie & Marketing,
  2. Exploration & Produktion,
  3. Erdgas.

Zur Gruppe gehören daneben integrierte Kunststoff- und Chemie-Unternehmen.

Der Konzern betreibt rund 4.100 Tankstellen in 11 Ländern. Der Staat ist zu 31,5% an OMV beteiligt.

Gute Nachrichten aus verschiedenen Sparten

OMV hat im 1. Halbjahr von höheren Preisen sowohl im Upstream- als auch im Downstream- Geschäft profitiert.

Der Umsatz stieg um 24%, und beim operativen Ergebnis gelang mit 343 Mio. € die Rückkehr in die schwarzen Zahlen.

Aufgrund eines Einmal-Effekts stand unter dem Strich allerdings ein Verlust von 316 Mio €. Der Verkauf der Tochter Petrol Ofisi belastete mit 1,32 Mrd. €.

Allein die Wechselkurs-Verluste wegen der schwachen Entwicklung der türkischen Lira gegenüber dem Euro summierten sich seit 2010 auf 1,2 Mrd €.

Operativ hat OMV aber überzeugt: Die tägliche Fördermenge stieg um 7,3% auf 337.000 Barrel und der durchschnittlich realisierte Ölpreis um 39% auf 48,15 $ pro Barrel.

Dank der Sparmaßnahmen sanken die Produktions-Kosten um 19% auf 8,70 $ pro Barrel.

Entsprechend schaffte die Upstream-Sparte mit einem operativen Ergebnis von 677 Mio. € den Turnaround.

Im Raffinerie- und Marketing-Geschäft ging es ebenfalls aufwärts: Ohne den Petrol-Ofisi-Effekt stieg das operative Ergebnis um 32% auf 904 Mio. €.

Darum ist OMV ein solider Wert

Der Konzern hat auch bilanzielle Fortschritte gemacht:

Der Verkauf von Ölfeldern in der Nordsee und der Tochter Petrol Ofisi spülte 1,69 Mrd. € in die Kasse, sodass sich die liquiden Mittel auf 4,2 Mrd. € verdoppelten.

Dies wiederum führte zu einem Rückgang der Netto-Schulden von 4 Mrd. auf 943 Mio. €.

In diesem Jahr rechnet OMV mit einem durchschnittlichen Ölpreis von 52 $ pro Barrel, einer täglichen Fördermenge von 330.000 Barrel und höheren Raffinerie- und Marketing-Margen.

Trotz hoher Sonderlasten dürfte OMV das Jahr mit einem Gewinn abschließen.

Die Aktie ist kein Überflieger, aber solide. Die Dividendenrendite von 2,5% ist ein nettes Zubrot.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.