Ölkonzern mit Trumpf im Ärmel

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Die Ölpreise sind noch immer niedrig. Gut, wenn man günstig fördern kann. So wie Lukoil. (Foto: Avigator Thailand / shutterstock.com)

Ölkonzerne aus Russland galten lange als unentdeckte Value-Perlen. Doch dann kamen der Ölpreiseinbruch und auch noch Corona. Das hat auch Unternehmen wie Lukoil stark belastet. Doch was macht das mit den Perspektiven für die jeweilige Aktie? Wir haben für Sie ganz genau hingeschaut und die Aktie von Lukoil auf Herz und Nieren geprüft.

Zunächst aber ein paar Eckdaten zum Unternehmen. Lukoil ist der zweitgrößte russische Ölkonzern, der von der Ölförderung bis zum Tankstellennetz die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt. Lukoil entstand 1991 aus drei der größten sibirischen Ölgesellschaften. Lukoil ist in 35 Ländern weltweit aktiv. An rund 5.600 Tankstellen in 22 Ländern werden die Produkte vertrieben.

Fragezeichen wegen der Pandemie

Lukoil wurde hart von der Krise getroffen. Der Umsatz ist im 1. Halbjahr um 33% auf 2,7 Bio RUB gesunken. Unterm Strich stand ein Verlust von 64,7 Mrd RUB. Die coronabedingte Nachfragekrise bekam Lukoil früher als die Konkurrenz zu spüren. Der Lockdown in China bedeutete einen Nachfrageeinbruch für das usbekische Gas des Unternehmens. Die Fördermengenkürzung der OPEC Plus um insgesamt 9,2 Mio Barrel Öl pro Tag verantwortet den größten Teil des Umsatzrückgangs. Zum 1. Mai musste Lukoil die Produktion in Russland um 310 Tsd Barrel pro Tag reduzieren.

Im Juli konnte die Produktion wieder um 20 Tsd Barrel und im August um 60 Tsd Barrel pro Tag erhöht werden. Im 1. Halbjahr hat Lukoil 15% weniger Gas und 4% weniger Öl gefördert. Die Gesamtfördermenge ist um 6,6% auf 2,2 Mio Barrel Öläquivalent pro Tag gesunken. Die Produktion von raffinierten Produkten ist um 10% auf 28,6 Mio Tonnen gesunken.

Das operative Ergebnis der Sparte Exploration und Produktion ist um 61% eingebrochen und lag bei 295 Mrd RUB. Bei der Sparte Raffinerie, Marketing und Distribution ist das operative Ergebnis um 31% auf 119 Mrd RUB gesunken. Auch wenn Lukoil günstiger produziert als die Konkurrenz, ist das Unternehmen vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie und dem Ölpreis abhängig.

Zweistellige Dividendenrendite überzeugt

Als russischer Staatskonzern leidet das Unternehmen überproportional unter den Fördermengenbeschränkungen der OPEC Plus. Sollte die Vereinbarung brechen, profitiert Lukoil wieder von seinen niedrigen Förderkosten. Es ist zu erwarten, dass steigende Ölpreise das Kartell schon bald unter Druck setzen werden und sich OPEC plus dann nicht mehr so einig ist, wie bisher. Die Aktie von Lukoil bleibt langfristig interessant. Legen Sie sich doch ein paar Stücke ins Depot! Aktuell ist die Dividendenrendite zweistellig.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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