Ölkonzerne glänzen mit starken Zahlen

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Exxon, Chevron und BP haben starke Zahlen für Q4 und 2018 vorgelegt. Die Aktien aller drei Konzerne sind stark gefragt. (Foto: Philip Lange / Shutterstock.com)

Der Ölpreis ist im Schlussquartal 2018 deutlich unter die Räder geraten – doch das tut dem Erfolg der Ölgiganten Exxon und Chevron keinen Abbruch. Die beiden US-Ölkonzerne präsentierten am vergangenen Freitag glänzende Bilanzen.

Dass bei Exxon der Nettogewinn im abgelaufenen 4. Quartal deutlich um 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückging auf 6 Milliarden Dollar lag demnach nicht etwa am gesunkenen Ölpreis, sondern vielmehr an dem einmaligen Steuereffekt, der im Vorjahr für ein sattes Plus gesorgt und die Messlatte entsprechend hoch gehängt hatte.

Exxon und Chevron präsentieren starke Zahlen

Konkurrent Chevron, der im Vorjahr ebenfalls von der Gutschrift aus der umstrittenen Steuerreform von US-Präsident Donald Trump profitiert hatte, konnte seinen Überschuss sogar trotzdem steigern um satte 19 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar.

Die Erlöse kletterten bei Chevron um 13 Prozent auf 42,4 Milliarden Dollar. Die Ölförderung wurde um 7 Prozent gesteigert auf 2,9 Millionen Barrel pro Tag. Exxon verbuchte bei den Erlösen ein Plus von rund 8 Prozent auf 71,9 Milliarden Dollar und erhöhte seine Ölproduktion um 4 Prozent auf 4 Millionen Barrel am Tag.

Auch für das Gesamtjahr können sich die Zahlen beider Konzerne sehen lassen. Exxon steigerte seine Erlöse 2018 um 19 Prozent auf gut 290 Milliarden Dollar und verdiente mit 20,8 Milliarden Dollar rund 6 Prozent mehr als noch 2017. Chevron verbuchte unterm Strich ein Plus von satten 60 Prozent auf 14,8 Milliarden Dollar.

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Schwacher Ölpreis? Kein Problem!

Die Entwicklungen sind bemerkenswert aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen: Zum einen fiel die Vorjahresbilanz wegen des erwähnten Steuereffekts außergewöhnlich stark aus, zum anderen hatten Beobachter wegen des jüngsten Einbruchs des Ölpreises im Schnitt mit stärkeren negativen Effekten gerechnet. Im Schlussquartal 2018 hatte der Ölpreis um fast 40 Prozent nachgegeben, dadurch stand zum Jahresabschluss beim Ölpreis erstmals seit 2015 wieder ein Minus.

Doch die Ölkonzerne haben sich offensichtlich stark aufgestellt und gegen Turbulenzen gewappnet. Das unterstreicht auch die am Dienstag veröffentlichte Bilanz des britischen Ölkonzerns BP, der ebenso wie seine US-Konkurrenten starke Zahlen für das 4. Quartal vorlegen konnte.

Aktien im Höhenrausch

Demnach stieg der bereinigte Überschuss im Vergleich zum Vorjahresquartal um 65 Prozent auf knapp 3,5 Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr 2018 verbuchte BP eine Steigerung des bereinigten Gewinns auf 12,7 Milliarden Dollar – eine glatte Verdoppelung des Vorjahresergebnisses. Den Umsatz konnte BP im Schlussquartal um 12 Prozent erhöhen auf 75,7 Milliarden Dollar und lag damit sogar noch vor der US-Konkurrenz.

Am Parkett kamen die Zahlen der Ölmultis erwartungsgemäß gut an: Die Aktien aller drei Konzerne schossen nach Vorlage der Quartals- und Jahresbilanz in die Höhe. Auf Wochensicht notieren Exxon und Chevron jeweils rund 7 Prozent im Plus, die BP Aktie ist mit einem Aufschlag von 10 Prozent sogar noch stärker gefragt.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.