Ölmarkt: 2018 kann ungemütlich werden

Die Förderkürzungen der OPEC haben 2017 gewirkt. Nun fragt sich: Wie geht es 2018 weiter? Hier gibt es Anzeichen für starke Preisbewegungen. (Foto: William Potter / shutterstock.com)

2017 war ein extrem spannendes Jahr für die Energiemärkte.

Macht der OPEC gestiegen

Die OPEC als Vereinigung der Erdöl exportierenden Länder hat in den vergangenen 12 Monaten deutlich an Bedeutung gewonnen.

So hatte die mächtige Erdöl-Organisation im Herbst 2016 eine Förderkürzung vereinbart, um das damals niedrige Preisniveau zu stützen.

Aus der Sicht der OPEC passierte sogar noch etwas Positives:

Neben den Mitglieds-Ländern verpflichteten sich Russland und 9 weitere Produzenten zu den Förderkürzungen. Damit war der Einfluss auf den Weltmarkt größer als gedacht.

Ziele der Förderkürzungen verfehlt

Fakt ist aber auch, dass die hochgesteckten Ziele der Förderkürzungen nicht erreicht wurden. Hier schafften die Staaten nur etwa die Hälfte der Vorgaben.

Genau das zeigt uns auch die Schwäche solcher Maßnahmen: Förderkürzungen können tatsächlich nachhaltige Wirkungen haben, wenn alle beteiligten Staaten auch gleichmäßig mitmachen.

Immerhin hat der Abbau der Ölvorräte, der durch die Förderkürzungen ausgelöst worden ist, dazu ausgereicht den Preis im Jahresverlauf um immerhin rund 10% nach oben zu treiben.

So hat der Ölpreis vor der Bekanntgabe der Kürzungen im November 2016 bis jetzt gemessen am Preis pro Barrel Brent-Öl sogar rund 20 USD zugelegt.

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Einnahmen der OPEC trotzdem erhöht

Und trotz der gesunkenen Produktion haben sich die Einnahmen der OPEC-Staaten klar erhöht.

Dabei ist die Rechnung aufgegangen: Eine niedrigere Produktion hat eben hier zu höheren Einnahmen bei den Ölpreisen geführt.

Aber wie wird sich der Ölmarkt im Jahr 2018 entwickeln? Hierzu haben die Experten der Commerzbank eine klare Meinung:

„Bei konsequenter Umsetzung des Kürzungs-Abkommens wird das Angebot die Nachfrage im kommenden Jahr um 0,2 Mio. Barrel pro Tag übersteigen. Das Überangebot scheint damit im Vergleich zu den Überschüssen vor 3 Jahren nicht allzu groß.“

Gerade im 1. Quartal kann es zu starken Preisbewegungen kommen

Kurzfristig erwarten Experten hier einen deutlichen Preisrückgang, v. a. im 1. Quartal. Das wird eben zu einem Aufbau von neuen Lagerbeständen führen.

Allerdings ist dies eine reine Marktbetrachtung ohne die Berücksichtigung von externen Faktoren.

Gerade geopolitische Krisen könnten, wie die Vergangenheit immer wieder gezeigt hat, einen deutlichen Einfluss auf den Ölpreis haben.

Eine Verschärfung der Lage im Nahen und Mittleren Osten würde hier doch eher preistreibend wirken.

Daher bleibt es auch in den kommenden Monaten spannend beim Ölpreis, und ich werde Sie an dieser Stelle regelmäßig darüber informieren.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.