Ölmarkt: Förderkürzungen wirken auf den Preis

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Zuletzt hatte der Ölpreis massive Preisrückgänge verzeichnet. Doch die aktuellen Förderkürzungen wirken stützend auf den Ölpreis. (Foto: William Potter / shutterstock.com)

An dieser Stelle geht es regelmäßig um die Edelmetallmärkte. Doch genauso wichtig für die Einschätzung was bei Rohstoffen wichtig ist, ist der Blick auf den Ölmarkt.

Und tatsächlich hat sich dort in den vergangenen Monaten sehr viel getan. Wir haben einen der größten Preiseinbrüche der Geschichte erlebt. Darauf hat die wichtige Ölförderorganisation OPEC mit Produktionskürzungen reagiert. Die sind nun seit einiger Zeit in Kraft und da lohnt es sich genau darauf zu schauen, ob diese Einschränkung auch tatsächlich eingehalten worden sind.

Saudi-Arabien hält sich klar an die Vorgaben – gilt nicht für alle OPEC-Staaten

Und tatsächlich sieht es anhand der offiziellen Produktionsdaten so aus, als ob Saudi-Arabien als wichtigstes Produktionsland innerhalb der OPEC die Einschränkungen auch tatsächlich komplett umsetzt. Anders sieht es aus bei anderen ölproduzierenden Ländern wie Nigeria, Irak oder auch den Vereinigten Arabischen Emiraten aus. Hier legen die aktuellen Produktionsdaten nahe, dass doch nicht die kompletten Einschränkungen umgesetzt worden sind.

Fakt ist aber auch: Im Mai erreichte die Produktion der OPEC-Länder mit 24,37 Millionen Barrel pro Tag das niedrigste Niveau seit 2002. So haben die OPEC Länder insgesamt die Ölproduktion um 6,53 Million Barrel pro Tag eingeschränkt. Das ist schon ein herausragender Wert und zeigt auch die Ernsthaftigkeit hinter den aktuellen Einschränkungen.

Russland hat ebenfalls die Produktion deutlich eingeschränkt und zählt zu den sogenannten OPEC Plus starten. Und auch in den USA ging es bei der Ölproduktion nach unten auf zuletzt 11,66 Millionen Barrel pro Tag. Das liegt immerhin rund 1,2 Million Barrel unterhalb des Produktionsniveaus vom März. Experten erwarten hier einen weiteren Rückgang um 360.000 Barrel am Tag für den jetzt laufenden Juni.

Der Preis kann wieder sinken – wenn die Kürzungen auslaufen

Die aktuell laufenden Einschränkungen sind zeitlich noch einmal verlängert worden und so werden die Produktionsrückgänge im Juli noch einmal bei rund 9,6 Millionen Barrel pro Tag liegen.

All diese Maßnahmen haben zuletzt zur Stabilisierung des Preises beigetragen. Zwischenzeitlich ging sie wieder auf über 40 USD pro Barrel nach oben. Aber eins muss Ihnen dabei auch klar sein: Diese Preise im Bereich um 40 USD sind immer noch gut für uns als Konsumenten. Das gilt aber nicht für die Produzenten. Bei sehr vielen Öl Unternehmen liegen die Produktionskosten deutlich über 40 USD.

Und da Saudi-Arabien jetzt schon angekündigt hat, die Produktionskürzungen auch in den nächsten Monaten wieder zurückzunehmen, dürfte der lenkende Effekt der Kürzungen auf den Ölmarkt deutlich zurückgehen. Daher ist auch ein klarer Preisrückgang wieder möglich – denn die Nachfrage bleibt weiter schwach und Öl ist trotz der Kürzungen bei der Produktion noch im Überfluss vorhanden.

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Heiko Böhmer
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