Ölmarkt: Nachfrage wird deutlich steigen

Die aktuelle Marktlage beim Öl ist weiterhin spannend. Nach der zwischenzeitlichen Erholung im Frühjahr stand der Ölpreis in den vergangenen Wochen wieder massiv unter Druck. Die Frage ist nun: Wie entwickelt sich der Ölpreis weiter?

Dazu gibt es verschiedene maßgebliche Prognosen. Immer wieder von größerer Bedeutung ist hier natürlich der Ausblick der OPEC. Die Organisation der Erdöl exportierenden Länder hat jetzt die aktuellen Prognosen veröffentlicht.

Dabei erwartet die OPEC einen deutlichen Anstieg der Ölnachfrage. Im Vergleich zur letzten Prognose hat die OPEC nun das tägliche Nachfragewachstum um 100.000 Barrel auf 1,28 Millionen Barrel angehoben. Damit erreicht tägliche weite Nachfrage. 92,61 Millionen pro Tag.

Für das kommende Jahr erwartet die OPEC sogar noch einen Nachfrageanstieg von 1,34 Millionen pro Tag. Daraus ergibt sich dann eine tägliche weltweite Nachfrage von 93,94 Millionen Barrel pro Tag.

Barrel als Maßeinheit ist wirklich schwer zu fassen. Daher habe ich diesen Wert einmal für Sie umgerechnet. Das Ergebnis ist eine schwer vorstellbar Zahl: jeden Tag werden weltweit 14,539 Milliarden Liter Öl verbraucht.

Einfluss der OPEC auf den globalen Ölmarkt schwindet

Spannend ist dabei auch der Blick auf Produktionsmengen. So beträgt die gesamte Produktion der OPEC-Staaten nur noch 31,38 Mio. Barrel pro Tag. Das ist die Zahl für den Juni 2015. Dies ist der höchste Wert des Jahres 2015 und liegt wiederum deutlich über dem Jahresdurchschnitt 2013 und 2014.

An dieser Zeit können Sie schon erkennen, dass die nicht OPEC-Staaten einen massiven Anteil an der weltweiten Produktion haben. Grundsätzlich ist es so, dass die globale Produktion in diesem Jahr bei 92,7 Millionen liegen wird. Im Endeffekt entspricht das einer Überproduktion von 150.000 Barrel pro Tag.

Hier hat sich die Lage aus Sicht der Produzenten deutlich entspannt. Noch vor wenigen Monaten lag die Überproduktion bei rund 1 Mio. Barrel pro Tag. Klar ist aber auch: Solange eine deutliche Überproduktion vorhanden ist, fehlt dem Ölpreis der notwendige Katalysator.

Sollte jedoch das deutliche Nachfragewachstum beim Öl im kommenden Jahr die Produktionsmenge klar überschreiten, ist hier auch schnell mit meinem steigenden Ölpreis zu rechnen.

Genau darauf setzt traditionell die OPEC. Allerdings haben sich die Machtstrukturen innerhalb dieser wichtigen Produzentenorganisation deutlich verschoben. Da die nicht OPEC Staaten mittlerweile die weltweite Produktion dominieren, sind Steuerungsmaßnahmen beim Öl deutlich schwerer durchsetzbar.

14. Juli 2015

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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