Ölmarkt: Zeit des Überangebots wohl bald vorbei

Die vergangenen Wochen waren gekennzeichnet von massiven Preisbewegungen beim Rohöl. Zuerst hatten wir den Absturz im Dezember und zu Beginn des neuen Jahres. Seit einigen Wochen erleben wir eine Kehrtwende beim Rohöl mit massiven Zuwächsen.

Nun stellt sich die Frage: Was steckt dahinter? Mein Kollege Oliver Groß vom Börsendienst „Der Rohstoff-Anleger“ hat sich genau diese Frage vorgenommen.

Heute erläutert er ihnen in einer kurzen Marktanalyse das aktuelle Geschehen beim Öl: „Die Erholung der Ölpreise beruht auf einigen fundamentale Fakten und Entwicklungen, als auch natürlich maßgeblichen Einflüssen von Spekulanten. Ich habe Ihnen folgend die wichtigsten Gründe aufsummiert:

  • Spekulanten haben große Teile ihrer Short-Positionen glatt gestellt.
  • Die Anzahl der aktiven Bohrungen in den USA und in anderen Ländern fällt stark zurück.
  • Die großen Ölproduzenten haben zahlreiche Wachstumsprojekte eingestellt.
  • Der Markt handelt die Zukunft und antizipiert bereits, dass sich aufgrund des scharfen Rückgangs des Ölpreises mittelfristig negative Auswirkungen auf das Angebot ergeben.
  • China als Top-Ölkonsument bleibt im Kaufrausch. Die Ölimporte steigen auf ein Allzeithoch.

In den USA sinkt die Zahl der aktiven Bohrtürme deutlich

Im Hinblick auf die Angebotslage lohnt es sich in diesen Tagen vor allem einen Blick in die USA zu werfen, die mit Russland und Saudi-Arabien der weltgrößte Ölproduzent sind. Hier geschieht gerade Gewaltiges. Und zwar sind die aktiven Bohr-Anlagen, welche in den USA neues Öl fördern, in einem massiven Rückgang.

Genau das sind die Konsequenzen des Ölpreis-Verfalls, der die Preise um mehr als 50% während der letzten 12 Monate einstürzen ließ. Das sorgt natürlich dafür, dass die Investitionen in neue Projekte drastisch zurückgefahren werden.

Und so ist die Anzahl der aktiven Bohr-Türme von knapp 1.600 (Herbst 2014) auf aktuell nur noch 1.140 (Anfang Februar 2015) zurückgegangen. Das sind massive Entwicklungen.

Dieser gewaltige Rückgang bei den aktiven Bohr-Türmen ist schon eine Ansage. Somit ist für mich klar: Mittelfristig wird nicht nur in den USA das Produktionsvolumen abnehmen und sich folgend die fundamentale Situation am Ölmarkt weiter verbessern. Denn aktuell haben wir noch ein Überangebot am Weltmarkt, was vor allem aus dem großen Fracking-Boom in den USA resultiert.“

Für Oliver Gross ist damit klar: Der Ölpreis wird nicht mehr lange auf dem aktuellen Niveau verharren. Das Potenzial für einen weiteren Auftrieb bei diesem für die Weltwirtschaft so wichtigen Rohstoff ist weiterhin hoch.

18. Februar 2015

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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