Ölpreis: Das Drama geht einfach weiter

Während das neue Jahr bei den Edelmetallen neuen Zuwächsen beginnt, sacken viele andere Rohstoffpreise weiter ab. Heute möchte ich Ihnen einen Überblick zur aktuellen Lage beim Öl geben. Morgen sind dann die Industriemetalle dran – auch da sieht es aktuell alles andere als gut aus.

Doch Öl ist sicherlich der wichtigste Rohstoff. Für Sie und mich als Autofahrer sorgt der niedrige Ölpreis erst einmal für niedrige Benzinpreise. Dabei muss Ihnen aber auch klar sein: Derzeit wird nur ein Teil des Preisverfalls tatsächlich an die Zapfsäulen weitergereicht. Dennoch lautet die nächste Zielmarke beim Diesel 1 Euro.

Im Schnitt sind die Benzinpreise in den vergangenen sechs Monaten um maximal 25% gesunken. Gleichzeitig haben sich aber die Kosten für Rohöl – ob nun in Europa oder den USA – mehr als halbiert. Der deutlich geringere Effekt an den Zapfsäulen hat vor allem zwei Gründe.

Zum einen ist der Anteil der Mineralölsteuer fest vorgegeben. Zum anderen hat der Euro eggenüber dem Dollar klar an Wert verloren. Damit wird der Preisrückgang teilweise durch diesen Wechselkurseffekt wieder aufgefangen.

Auch als Nutzer von Ölheizungen profitieren Sie derzeit massiv vom niedrigen Preisniveau. Aber hier beobachten die Händler in Deutschland schon eine spannende Tendenz: Trotz der niedrigen Preise halten sich die Käufer mit Neubestellungen noch zurück. Das liegt schlicht und einfach an der Möglichkeit weiter sinkender Preise.

Schnelle Trendwende wird wohl nicht kommen

Tatsächlich gibt es aktuell kaum Experten, die schon eine schnelle Trendwende beim Öl erwarten. Nach dem abermaligen Absturz in dieser Woche sind jetzt auch Preise von weniger als 40 Dollar durchaus denkbar.

Das sind Preisziele, die vor allem von Seiten der OPEC immer wieder aufgebracht werden. Das mächtige Ölkartell verliert an Bedeutung – so viel steht fest. Aber in den maßgeblichen OPEC-Ländern wie Saudi-Arabien sind die Margen auch jetzt noch groß.

Sie müssen sich hier vorstellen: Bei vielen Standorten in Saudi-Arabien liegen die Kosten bei etwas mehr als 20 Dollar pro Barrel. Das ist ohne Frage das untere Ende der globalen Kostenkurve. Da kann kaum jemand mithalten. Insofern hat Saudi-Arabien auch noch einen gewissen Spielraum.

Es bleibt ohne Frage spannend beim Öl und auch bei den Ölaktien. Doch hier drängen sich noch keine hektischen Käufe auf – vor allem so lange es noch keine Bodenbildung beim Ölpreis gibt.

13. Januar 2015

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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