Ölpreis: Das steckt hinter dem aktuellen Aufschwung

In diesen Tagen erreicht der Ölmarkt wieder größere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Dazu trägt sicherlich auch die Übernahme Ankündigung von Royal Dutch Shell bei.

Das Unternehmen will die britische BG-GROUP, einen der größten Gasproduzenten übernehmen. Solche Nachrichten treiben insgesamt die Stimmung in der Branche an.

Immerhin findet diese Übernahme möglicherweise auf einem extrem niedrigen Preisniveau beim Öl statt. Das ist ein großer Unterschied zu vielen Übernahmen die in den vergangenen Jahren im Minensektor stattgefunden haben. Hier erreichte die Übernahmewelle im Jahre 2011 ihren Höhepunkt. Im gleichen Jahr erreichte auch das Preisniveau für Silber und Gold ihren Höhepunkt.

Damals wollten gerade die großen Produzenten auf jeden Fall mit neuen Projekten am Start sein. Die Prognosen waren extrem positiv, dass es beim Gold und Silber weiter deutlich nach oben geht. Mittlerweile wissen wir, dass es anders gekommen ist und viele große Produzenten im Gold- und Silberbereich sitzen auf großen neuen Vorkommen, die aber die Bilanzen durch die hohen Preise stark belasten.

Megaübernahme bringt Fantasie in den Ölsektor

Im Ölsektor sieht es nun schon anders aus, wenn Royal Dutch Shell ganz aktuell eine Übernahme startet. Zudem basiert die Übernahme auf langfristigen Ölpreisschätzungen von 90 Dollar pro Barrel. Das liegt deutlich über dem aktuellen Preisniveau. Bei den starken Preisschwankungen und Preisaufschlägen beim Öl ist es wohl so, dass die Verantwortlichen deutlich optimistischer sind als viele in der Finanzbranche.

Mittlerweile gibt es aber auch fundamentale Daten die für einen weiteren Anstieg beim Ölpreis sprechen. Hier geht es vor allen Dingen um die USA. Dort fand in den vergangenen Jahren das stärkste Produktionswachstum weltweit statt. Der Stichworte hier laute: Fracking.

Doch seit einigen Monaten geht die Anzahl der neuen Bohrtürme in den USA zurück. Mittlerweile scheint es so, als ob der Boom bei der Produktion erreicht worden sei. Dies hat sich schon auf den Preis der US Sorte WTI ganz klar ausgewirkt. Seit Mitte März hat der Preis um 20% zugelegt. Das war deutlich mehr als bei der Nordseesorte Brent.

Sollte sich der Trend weiterfortsetzen in den USA sind bald weitere Zuwächse beim Öl sehr gut möglich. Allerdings darf man den Fracking-Effekt auch nicht zu hoch ansetzen, denn die USA sind nur ein Ölproduzent unter vielen. Keine Frage: Es bleibt spannend beim Öl.

15. April 2015

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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