Ölpreis: Das steckt hinter dem starken Anstieg

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Zuletzt hat der Ölpreis einmal mehr deutlich zugelegt und notiert so hoch wie seit Herbst 2014 nicht mehr. Lesen Sie hier die Hintergründe. (Foto: Avigator Thailand / shutterstock.com)

Der Ölpreis steigt immer weiter. Jetzt hat die maßgebliche Nordseesorte Brent erstmals seit Herbst 2014 wieder die Marke von 80 Dollar pro Barrel überschritten. Die direkte Auswirkung davon spüren wir alle: Die Benzinpreise in Deutschland steigen deutlich an. Der Liter Normalbenzin kostet nun schon wieder 1,50 Euro und mehr.

Und was sind die Gründe, die den Ölpreis derzeit so nach oben schießen lassen? Ein wichtiger Faktor sind hierbei die Ängste vor einer Angebotsverknappung. Die kann sich aufgrund der US-Sanktionen gegen den Iran tatsächlich aufbauen. Ob das wirklich so weit kommt, ist nicht absehbar.

OPEC-Macht bleibt entscheidend für die Preisbildung

Fakt ist jedoch, dass die Marke von 80 Dollar pro Barrel ein wichtiger Wendepunkt für den Weltmarkt darstellen kann. Immer wieder spannend ist dabei der Blick auf das Verhalten der OPEC. Die Vereinigung der erdölexportierenden Länder hat zuletzt wieder durch eine strikte Angebotspolitik von sich reden gemacht.

Deutliche Angebotskürzungen haben hier den Marktpreis beim Öl tatsächlich gestützt. Sollte nun weiteres Angebot durch die Sanktionen beim Iran wegfallen, könnten Länder wie Saudi-Arabien beispielsweise diese Lücke füllen. Aber derzeit sieht es nicht so aus, als ob Saudi-Arabien großes Interesse hätte.

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Tatsächlich spielt ein höherer Ölpreis natürlich auch massive Gewinne in die Staatskassen Saudi-Arabiens. Das Land ist immer noch massiv abhängig von der Ölproduktion. Insofern hilft ein hoher Ölpreis hier die Einnahmen zu sichern.

Aber der Ölpreis hat noch eine ganz andere Perspektive für den Rohstoff-Sektor. Bei vielen Rohstoffunternehmen wird auch sehr viel Öl verbraucht. Ich spreche hier beispielsweise von den großen Minenbetrieben und den Mega-Lkw die dort eingesetzt werden. Wenn jetzt der Ölpreis weiterhin auf hohem Niveau verharrt, wird das auch einen Einfluss auf die Produktionskosten selbst bei großen Gold, Silber- oder auch Kupferminen haben.

Viele Rohstoffunternehmen leiden unter hohem Ölpreis

Zuletzt hatten die Unternehmen ihre Kosten ganz klar im Griff. Auf Jahressicht ist beispielsweise der Ölpreis für die Nordseesorte Brent um knapp 35 % angestiegen. Auf Sicht von 3 Jahren liegt der Preisanstieg beim Öl sogar bei 63 %.

Das bringt auf jeden Fall massive Verschiebungen, die eben bei vielen Rohstoffunternehmen noch eine Wirkung entfalten werden. Das gilt vor allen Dingen im Bereich der Edelmetalle, denn dort sind die Preise zuletzt einmal mehr unter Druck geraten. So steht beispielsweise der Goldpreis auf Jahressicht bei knapp 9 % im Minus und beim Silber fällt das Minus mit 17 % sogar noch deutlich größer aus.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.