Ölpreis: Die Folgen des Preisabsturzes

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Öl ist einer der wichtigsten Rohstoffe. Wenn der Preis in kurzer Zeit um mehr als 20% einbricht, hat das massive Auswirkungen. (Foto: Christopher Halloran / shutterstock.com)

Der Ölmarkt erlebt aktuell eine massive Schwächephase: Der Preis ist im vergangenen Monat um knapp 25% abgestürzt. Dabei hat es die beiden maßgeblichen Sorten WTI in den Vereinigten Staaten genauso erwischt wie Brent in Europa.

Zunächst einmal haben wir alle als Verbraucher von dem Absturz noch nicht profitieren können. Das liegt wiederum an den speziellen Lieferbedingungen in Deutschland. Durch die niedrigen Wasserstände an vielen Flüssen, kann das Öl und auch der Treibstoff in Deutschland derzeit nur mit höheren Kosten transportiert werden.

Doch das ist nur ein Aspekt bei dem Thema. Öl ist eben ein extrem wichtiger Rohstoff und hier geht es jetzt auch darum, den Einfluss auf die anderen Rohstoffe genauer zu untersuchen. Und hier hat beispielsweise die Commerzbank in einer aktuellen Analyse darauf hingewiesen, dass der starkgefallene Ölpreis auch Signale auf den Goldmarkt ausstrahlt. So beeinflusst eben der schwache Ölpreis auch die Stimmung im gesamten Sektor negativ.

Schwacher Ölpreis hat auch negative Folgen für Gold

Zudem ist eben nach Absicht der Commerzbank der schwache Ölpreis auch ein negativer Faktor für den Goldpreis, denn diese niedrigen Preise beeinflussen auch die Inflationserwartungen. Die schwache Stimmung drückt sich eben auch in niedrigeren Notierungen maßgeblicher Rohstoff-Indizes aus. Und da hier viele Indizes nach der Bedeutung am Gesamtmarkt aufgebaut sind, fallen auch hier die Notierungen deutlich. Öl ist eben in vielen Indizes ein wichtiger Bestandteil, weil es nun einmal der Rohstoff mit der größten Bedeutung ist.

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Einen Aspekt darf dabei aber auch nicht vergessen werden – und der ist wiederum positiv für viele Minenfirmen. Da die Transportkosten bei vielen Minenkonzernen 20% und mehr der Gesamtkosten ausmachen, wirkt sich eben der niedrigere Ölpreis positiv auf die Kostenstruktur aus. Und das dürfte sich dann in den Zahlen zum 4. Quartal zeigen, denn der Absturz beim Öl kam ja erst in den vergangenen Wochen.

Wie so oft kam die aktuelle Entwicklung beim Öl sehr überraschend. An sich hatten viele Experten weiter hohe Ölpreise erwartet – auch auf Grund der neuen Iran-Sanktionen durch die USA. Dadurch soll der so wichtige Ölexport für Iran eingeschränkt werden. In der Praxis sind aber so viele Ausnahmen möglich, dass hier nur ein geringer Effekt auf den Weltmarkt erwartet wird.

Hier sehen Sie einmal mehr: Mit einzelnen Faktoren lässt sich die Entwicklung beim Ölpreis nur schwer erklären. Dies ist ein globaler Markt, der von extrem vielen Faktoren abhängt. Und aktuell ist es wohl einfach so, dass ein großes Angebot auf eine schwächere Nachfrage trifft. Und dieser Effekt soll sich laut aktueller Prognosen der Internationalen Energie Agentur (IEA) im kommenden Jahr noch verschärfen.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.