Ölpreis: Die Rallye geht weiter!

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Auch Donald Trump wird den weiteren Anstieg des Ölpreises nicht verhindern können. (Foto: Avigator Thailand / shutterstock.com)

Am 20. April wetterte der US-Präsident Trump via Twitter über den Ölpreisanstieg.

Ziel seiner Tirade war das Öl-Kartell: Die OPEC (Organisation Erdöl exportierende Länder) sei, seiner Ansicht nach, durch ihre Verknappung des schwarzen Goldes verantwortlich für den Preisanstieg. Im April war der Ölpreis um gut +12% geklettert.

Weiterhin twitterte Trump, er, sprich: die US-Regierung, werde das nicht akzeptieren. Immerhin hat er mit seinem „Gezwitscher“ erreicht, dass sich der Ölpreis auf dem Niveau um 75 USD (Sorte Brent Crude) zunächst stabilisiert hat.

Allerdings klingt die Trump-Aussage angesichts seiner politischen Haltung in der Iran-Frage wie eine leere Phrase. Und verhindern kann er die Fortsetzung der Ölpreis-Rallye eh nicht, wie Sie gleich sehen werden.

Trump in der Bredouille

Im Juli 2015 hatte die Europäische Union (EU) beschlossen, die 3 ½ Jahre zuvor wegen des Atomprogramms gegen den Iran verhängten Sanktionen schrittweise aufzuheben. Die USA wollten dem folgen – Trump sieht dies anders.

Innerhalb der kommenden 5 Tage soll nun eine Entscheidung fallen, wie sich die USA in dieser Angelegenheit positionieren. Klar ist aber auch:

Ein Wiederaufleben des Embargos würde das Rohölangebot verknappen. Was in der Folge zu weiteren Preissteigerungen des schwarzen Goldes führen dürfte.

Scheint, als stecke Trump in einer Bredouille.

Kaufsignal kam schneller als erwartet

Dabei wird er die Fortsetzung der Ölpreis-Rallye ohnehin nicht verhindern können. Wir schauen dazu gleich einmal auf die Charttechnik.

In meiner letzten Analyse vom 17. April lautete mein Fazit: „Somit befindet sich der Ölpreis nun also auch wieder in einem mittelfristigen Aufwärtstrend. Das wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit dafür, dass vom 50-Tage-Momentum in Kürze ein neues Kaufsignal generiert wird.“

Das Kaufsignal wurde gleich am nächsten Handelstag ausgebildet, wie im Chart (gelber Kreis) zu sehen:

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Erdöl – Welche Faktoren den Ölpreis jetzt noch antreibenDer OPEC ist gelungen, was vor 2 Jahren kaum jemand für möglich hielt: Mit ihrer Beschlusslage stabilisiert sie den Ölpreis nachhaltig. › mehr lesen

Ölpreis: Kaufsignal im Momentum signalisiert weitere Kursgewinne

Das 50-Tage-Momentum explodierte regelrecht und gipfelte just am 20. April, also dem Tag des oben erwähnten Trumps-„Gezwitschers“.

Seither fiel der Schwung-Indikator deutlich zurück. In der Charttechnik eine völlig normale Entwicklung: Der Kurs oder Indikator bewegt sich zurück in Richtung der Ausbruchslinie.

Schönes Beispiel für die Funktionsweise des Momentums

Normal ist indes auch, dass der Kurs oder Indikator anschließend wieder in Trend-Richtung dreht. Und im Falle des Ölpreises bedeutet das: Fortsetzung der Rallye.

Falls Sie sich übrigens wundern, warum der Ölpreis angesichts des doch ordentlichen Rückschlages im Momentum sein Niveau behauptet hat:

Das ist eine Besonderheit des Momentums: Der Indikator bewegt sich – unabhängig vom Auf und Ab – im positiven Bereich und baut daher auch positive Schwungkraft auf – nur eben etwas verringert.

Fazit:

Donald Trump wird sich entscheiden müssen, was er nun möchte: Den Ölpreis drücken oder laufen lassen.

Der Markt hat bereits entschieden: Das signalisiert Ihnen das Kaufsignal, welches vom Momentum schon vor knapp 3 Wochen generiert wurde.

Die Ölpreis-Rallye wird schon bald weitergehen!


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.